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„Bruneswyk, Du bunte Stad"

Presseinformation BS im März / April 2016
„Bruneswyk, Du bunte Stad"
von Gastarbeitern, Wutbürgern und Migranten

Kurzfassung:
So hatte er es sich nicht vorgestellt: „wir machen so einen Studentenfilm über Braunschweig“ dachte Bernd Henn, Geschäftsführer des Vereins Freie Ukraine Braunschweig e .V., noch im Sommer 2015. Doch dann, Ende Oktober war das Thema Flüchtlinge überall. Wie das Thema sich verselbstständigt hat, konnte damals keiner ahnen. „Mit dem Plan haben wir uns ganz schön übernommen.“ sagt Henn heute. Dass dennoch ein spannendes Ergebnis dabei entstand, darüber ist er sehr froh.

Der Verein Freie Ukraine Braunschweig stellt dieser Tage einen Film vor, der in eindrucksvoller Weise ein aktuelles Stimmungsbild der Stadt zeichnet, und es in Beziehung setzt zur dunklen Vergangenheit der Stadt.
In Interviews und historischen Aufnahmen zeigt der Film “Bruneswyk, Du bunte Stad“ die Entwicklung Braunschweigs von einer frühen Hochburg des Nationalsozialismus hin zur lebenswerten Stadt der Vielfalt unserer Tage.

Entstanden ist die Arbeit im Austauschprojekt mit Studenten aus der Ukraine und aus Braunschweig im Oktober 2015. Das Deutsch-Ukrainische Jugendaustauschprojekt MeetUp!, gefördert mit Hilfe der EVZ-Stiftung und mit dem Projektpartner „Haus der Kulturen“ wurde so ein voller Erfolg.

Zu sehen ist er nun online auf der Homepage des Vereins – freieukraine.eu
Die Laufzeit beträgt 26 min.
Der Film kann über den Verein als DVD oder Bluray bezogen werden.

Inhalt:
Während heute Menschen aus über einhundert Nationen in Braunschweig leben, ist die Stadt in den 1930er Jahren mehrfach der Ort gewesen, an dem den Nationalsozialisten der Weg geebnet wurde. Die Einbürgerung Hitlers und sowie die ersten Übergriffe gegen jüdische Mitbürger, und die erste Bücherverbrennung wiegen schwer im Gedächtnis. Der Film zeigt in eindrücklichen Bildern die reiche, unzerstörte Stadt der 1920er Jahre, aber auch ihre Wendepunkte - in der Wirtschaftskrise, ihre Rolle im Dritten Reich sowie später ihren Aufstieg als Rüstungszentrum mit einhunderttausend ausländischen Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen.
Schon 1943 als Ziel von britischen Bomberverbänden ausgegeben, ist ihr Untergang früh besiegelt. Das Ausmaß der Zerstörung ist erdrückend.
Doch wie diese Stadt aus Schutt und Asche wieder zu einem freundlichen Gesicht findet, wird in dem Film deutlich. In Interviews zeigt er nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern beleuchtet auch aktuelle Fragen, Zweifel und Probleme, die mit dem großen Zahl Zuwanderer aus Kriegsgebieten heute entstehen.

Zu den Interviewpartnern zählen der Ratsvorsitzende des Rates der Stadt Braunschweig, Karl Grziwa (CDU), der Fraktionsvorsitzende der SPD, Christoph Bratmann (MdL). Sie stellten sich genauso wie viele Passanten und Fachleute den Fragen der Studenten.
Der Film endet mit einem Ausblick: wie bunt ist unsere Stadt heute.

Entstehung

Acht Germanistik-Studenten aus Ternopil in der Westukraine haben zwei Wochen lang im Oktober 2015 gemeinsam mit acht jungen Menschen aus Deutschland nicht nur unser Land und unsere Stadt kennengelernt, sondern in Begegnungen und Führungen auch entscheidende Momente in der Geschichte unserer Stadt entdeckt.
Organisiert wurde die Arbeit vom Verein Freie Ukraine Braunschweig e.V., der auch für die finalen Schnitt verantwortlich zeichnet.

Auf deutscher Seite waren beteiligt: zwei Architekturstudenten, ein Germanistik-Student, drei Absolventen der Hochschule für Bildende Künste, zwei Schülerinnen der Berufsbildenden Schule V für Erzieherinnen und Erzieher.
Als „roter Faden“ des Projekts sollte die Beschaffung und Herstellung von Filmmaterial zur Entwicklung des Braunschweiger Landes von einer der ersten Nazi-Hochburgen im Deutschen Reich zu einer Stadt der kulturellen Vielfalt, der Toleranz und Demokratie heute dienen. Gesetztes Ziel war dabei, auch die aktuelle Stimmung der Braunschweiger Bürger zum Zusammenleben über kulturelle Grenzen hinweg einzufangen. Viele Interviews auf der Straße wurden so geführt. Die anfängliche Scheu mit Kamera und Mikrofon auf Passanten zuzugehen war bald überwunden und unsere ukrainischen Gäste haben sich dabei der deutschen Sprache in immer größer werdender Selbstsicherheit bedient.

Politische Größen wie der Ratsvorsitzende des Rates der Stadt Braunschweig, Karl Grziwa und der Fraktionsvorsitzende der SPD, Christoph Bratmann (MdL), haben sich mit unseren ukrainischen Gästen unterhalten und Fragen zum Filmthema beantwortet. Familienabende, Exkursionen in historische Zentren im Harz und nach Berlin und ein internationaler Abend im Haus der Kulturen rundeten das Programm ab.

Der ursprüngliche Rahmen des Films wurde durch die große Flüchtlingsbewegung und eine neu aufkommenden Fremdenangst weitestgehend gesprengt. „Wir konnten das nicht ausblenden, alle redeten nur noch von Flüchtlingen und auch wir kamen an dem Thema verständlicherweise überhaupt nicht mehr vorbei, der Film musste komplett neu gedacht werden – so sagt heute Bernd Henn, Geschäftsführer des Vereins FreiEUkraine Braunschweig e.V. und Initiator des Projekts, und fügt hinzu: „dadurch war der vorherige Zeitplan Makulatur“.

Dass dennoch ein spannendes Ergebnis entstand, daran haben ihren wesentlichen Anteil auch Filmstudentin der HBK Fitore Muzaqi und Designer Konrad Schöller aus der Werbeagentur Gingco.net, genauso wie die Sprecherin Cornelia Frohse, die immer wieder für eine Profisprecherin gehalten wird.
Die Deutschlehrerin wurde von Freunden im Verein gefragt ob sie dem Film ihre Stimme leiht, sie bringt heute Flüchtlingen deutsch bei. „Eine Traumbesetzung“ schmunzelt Henn heute.

Dieses Projekt konnte gelingen, weil die EVZ-Stiftung die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen hat, weil die jungen Menschen engagiert im Projekt gearbeitet und viele Mitglieder unseres Vereins in vielfältiger Weise das Projekt begleitet haben.

Zu sehen ist er nun online auf der Homepage des Vereins unter
www.freieukraine.eu/film Die Laufzeit beträgt 26 min.

Der Film kann auch über den Verein als DVD oder Bluray bezogen werden.
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