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Bitte zusteigen: Mit der höchsten Eisenbahn nach Erobique

Die Höchste Eisenbahn wollen mit Poprock die Beine lockern. Foto: oh

Das Festival Theaterformen beschert wieder musikalische Genüsse am Gartenhaus Haeckel.

Von André Pause, 4. Juni 2014.

Braunschweig. Uruguay gegen Costa Rica im TV oder vielleicht doch lieber zum Konzert der Kölner Band Erdmöbel? Ja, manchmal muss man sich einfach entscheiden ...

Das Festival Theaterformen – in diesem Jahr wieder in Braunschweig – überschneidet sich mit einem Teil der Fußball-WM-Gruppenspiele. Die sieben Konzerte des Festivals vom 11. bis zum 22. Juni jedoch wurden behutsam und mit Blick auf das Geschehen in Brasilien terminiert. Einige der vermeintlich interessantesten Begegnungen der Vorrunde werden zudem auf Großbildleinwand am Festivalzentrum zu sehen sein.
Den Auftakt am Gartenhaus Haeckel im Theaterpark macht am Mittwoch (11. Juni) das Songwriter-Kollektiv Die Höchste Eisenbahn. Die zentralen Themen des Seins (unter anderem Sex in der Umkleide von H&M) gibt es bei den Allstars Moritz Krämer, Francesco Wilking, Felix Weigt und Max Schröder als poprockiges Mit-Disco-Gemisch zum Beine lockern.
Die eingangs angesprochenen Erdmöbel sind am Sonnabend (14. Juni) erstmals seit drei Jahren wieder in der Stadt. Die Feuilletonlieblinge um Texter und Sänger Markus Berges knüpfen mit ihrem aktuellen Album „Kung Fu Fighting“ (2013) exakt dort an, wo sie 2010 mit „Krokus“ aufgehört haben: Hörner, Posaunen und Querflöten verstärken den klassischen Bandsound, bestehend aus Schlagzeug, Bass, Gitarre und Piano. So werden die sprachgewaltigen Assoziativ-Lyrics Berges‘ („auch hier hat man Läuse, nachts Wüstenrennmäuse, ein Jahr im Haar – Goldgeist“) durchaus melancholisch untermalt. Ein Abend zum Zuhören und Genießen.
Am Sonntag (15. Juni) steht das Trio Automat auf der Bühne. Jochen Arbeit (Einstürzende Neubauten), Achim Färber (Liveschlagzeuger von Project Pitchfork) und Georg Zeitblom stellen ihr soeben veröffentlichtes selbstbetiteltes Album vor. Sphärisch hallende Breakbeats treffen dort auf flirrende Gitarren. Kaskadenartige endlos wirkende Industrialklänge werden durchbohrt von massig-bassigen Dubsounds.
Im heftigsten Kontrast steht das alles zum After-Match-Programm des Folgetages (16. Juni). Nach Deutschland versus Portugal heißt es mit David Kosel und Timo Lehne „Fick Dich ins Knie, Melancholie“. Der zwischen Ironie und Sehnsucht oszillierende Liederabend des Duos ist Hausbar erprobt und überhaupt sehr zu empfehlen.
Humorvoll geht es am Mittwoch (18. Juni) weiter. Über Jacques Palminger viele Worte zu machen, würde bedeuten, den Kosmos des etwas entrückt wirkenden Studio-Braun-Anarchos doch wieder nur im Promillebereich abzubilden ... Beschränken wir uns daher aufs Wesentlichste: Gemeinsam mit dem 440 HZ Trio featuring Lydia präsentiert der neuerdings vollbärtige Musiker und Schauspieler „Jzz & Lyrk“. Klavier-, Streicher- und Vibrafonmelodien umspülen hier bizarrstes Wortwerk, bis auch der letzte Sinnesraum geflutet ist. Gaga at it’s best!
Countryman Howe Gelb versüßt dem Festivalbesucher dann den Freitagabend (20. Juni). Seit Mitte der 80er Jahre ist der Mann solo und mit seiner Band Giant Sand im Geschäft. Entsprechend entspannt und abgeklärt klingt Gelb, der gesanglich streckenweise stark an Lou Reed erinnert.
Den Rausschmeißer gibt – nach einer weiteren musikstilistischen 180-Grad-Drehung – am vorletzten Tag der Theaterformen (21. Juni) schließlich kein Geringerer als Carsten Meyer aka Erobique, zusammen mit seinen Freunden Disco, Disco und Disco. Easy Mobisi? Dann bitte zusteigen! Infos unter www.theaterfromen.de .
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