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Bilder aus der Holzkiste: „Auf in den Kampf, Männer“

Rund sechs Minuten lang ist der Stop-Trick-Film geworden, den 14 Kinder im Rahmen des ersten römisch-germanischen Filmprojekts im Landesmuseum konzipiert haben. Foto: André Pause

Braunschweiger Kinder präsentierten römisch-germanisches Filmprojekt im Landesmuseum.

Von André Pause, 11.08.2013.

Braunschweig. Die Sommerferienzeit war im Landesmuseum in diesem Jahr auch Trickfilmzeit. 14 filmbegeisterte Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 13 Jahren nahmen am erstmals angebotenen Trickboxx-Kurs teil. Das Veranstaltungs-Ergebnis ist der etwa sechsminütige Film „Das Zeitloch“, den die jungen Filmschaffenden nun voller Stolz im Landesmuseum präsentierten.

Das Werk soll einen Vorgeschmack auf die Niedersächsische Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug – Die Schlacht am Harzhorn“ geben, die am 1. September für Besucher eröffnet wird. „Wir haben die Kinder einen Tag an das Thema Römer und Germanen herangeführt und sie mit der Technik vertraut gemacht“, berichtet Torsten
Poschmann vom Braunschweigischen Landesmuseum, der den Kurs gemeinsam mit seiner Kollegin Daniela Sistermanns realisiert hat. „Dabei waren wir positiv überrascht, wie viel Vorwissen die Kinder mitgebracht haben.“
Mit Hilfe eines Storyboards haben die Teilnehmer das Drehbuch entwickelt, das das historische Geschehen auf kindliche Art lebendig werden lässt. Playmobilfiguren sind in Kleidung und Ausrüstung nach antikem Vorbild ausgestattet. Für die nötige Authentizität und Atmosphäre beim Dreh der Filmszenen sorgen selbst gebaute Kulissen, als Vorbild fungierte dabei der einstige Kampfschauplatz am Harzhorn. Die Trickboxx selbst ist eine Holzkiste, die sich mit Hilfe von Digitalkamera und Stop-Motion-Software, Beleuchtung und Kulissen in ein mobiles Miniatur-Filmstudio verwandelt.
Jede Bewegung oder Geste innerhalb einer Szene ist mit fünf Fotos dokumentiert. Minimale Verschiebungen sorgen für einen geschmeidigen Bewegungsablauf. Am Ende sind es rund 2600 einzeln geschossene Bilder, die in Film umgewandelt und vertont worden sind. Und auch wenn es aus Kindermund mehrfach martialisch tönt: „Alles auf die Posten!“ oder „Auf in den Kampf, Männer“, der Ausgang der Geschichte ist ungewöhnlich versöhnlich. Ein Römer und ein Germane entziehen sich nämlich gemeinsam und überaus harmonisch dem Schlachtgeschehen.
Heike Pöppelmann ist vom Pilotprojekt begeistert: „Das Wichtigste ist, dass mit dieser Art der Geschichtsvermittlung der Spaß am Mitdenken gefördert wird. Man muss früh anfangen, das Interesse zu wecken“, so die Museumsdirektorin, die sich eine regelmäßige Wiederholung des Projekts durchaus vorstellen kann.
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