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Bei Von Eden ist Land in Sicht

Drei Fünftel der Band Von Eden jammten spontan im Café Riptide (v.l.): Matthias Preisinger, Ilker Aydin und Christoph Letkowski, Hauptdarsteller im Film „Feuchtgebiete“. Foto: André Pause

Die Band des „Feuchtgebiete“-Hauptdarstellers Christoph Letkowski kommt nach Braunschweig.

Von André Pause. 9. Februar 2014. Braunschweig. Die Geschichte ist eigentlich zu schön, um nicht konstruiert zu sein: Der Hauptdarsteller des Kinofilms „Feuchtgebiete“, Christoph Letkowski, und der am Set beratende Arzt, Ilker Aydin, lernen sich bei den Dreharbeiten kennen, finden in Gesprächen sofort einen musikalischen Nenner und gründen eine Band.

Und das sollen wir euch glauben? „Ja, so war‘s“, sagt Ilker. Christoph und Matthias Preisinger, die anwesenden Kollegen des Berliner Quintetts Von Eden nicken.
In die Einzelzimmer im Krankenhaus Maria Hilf, in denen damals gedreht wurde, konnte man sich gut zurückziehen. „Da man nun nicht ständig vor der Linse ist, hatte Ilker irgendwann gehört, dass im Nachbarzimmer Musik gemacht wird“, skizziert Christoph, der in der Charlotte-Roche-Romanverfilmung den Krankenpfleger Robin spielt.
Die beiden Enthusiasten kamen ins Gespräch, und ein Urteil war schnell gefällt: „Deutsche Musik ist vollscheiße, diese ganzen winselnden Jungs, das Geweine“, schmunzelt der Arzt. Gegenseitig haben sie sich Sachen der jeweils eigenen Historie vorgespielt. Dazu hatte Christoph mit dem letztlich zum Soundtrack des Films gewordenen Song „Land in Sicht“ auch schon begonnen. Der wurde dann zusammen weiterentwickelt. Pro Woche entstand ab jetzt im Schnitt ein Song. „Ich bin in der Woche arbeiten gegangen, und abends sowie die Wochenenden dann komplett bei Christoph gewesen“, sagt Ilker, der wie sein schauspielender Kollege bereits über Banderfahrung verfügt.
Vom Regisseur wurden die Musikbeiträge zwar überhaupt nicht angefordert, aber: „Manchmal muss man sich Räume eben schaffen“, lacht Christoph, „Matthias kennt das ja, er ist hauptberuflich Filmkomponist. In Deutschland ist es nämlich oft so, dass sich erst ganz spät um die Musik gekümmert wird. Zum Teil zwei Wochen vor Schnittabgabe. Da sagt man sich schon, dass das eigentlich gar nicht sein kann, weil Musik doch etwas ganz Mächtiges ist. Dementsprechend haben Ilker und ich ganz früh angefangen, da Input zu geben.“
Alle Songs schickte das Duo sowohl an die Produktion als auch an den Regisseur – immer neue Lieder, über Wochen, nach dem Motto: Hört euch das doch mal an. Dass am Ende „Land in Sicht“ aus dem Von-Eden-Portfolio ausgewählt werden würde, war daher gar nicht unbedingt klar. „Ich hatte mit David (Falko Wendt, dem Regisseur) ein langes Gespräch. Letztlich hat er aufgrund des Schnitts entschieden, weil er weiß, was atmosphärisch zur Szene passt, wo der Pfleger Robin die Carla durchs Krankenhaus schiebt.“ Zu diesem Zeitpunkt war allerdings schon klar: Die Band bleibt kein Hobbyding, sie macht so oder so weiter. 17 Stücke – rockige Sachen, Indierock oder Folk – sind nun fertig. „Der Sound ist sehr vielfältig und trotzdem sehr homogen“, beschreibt Matthias. Eine klare Handschrift, finden alle, sei zu erkennen. In absehbarer Zeit soll nun das Album folgen. Komplettiert wird die Band live und im Studio durch Schlagzeuger Nicolai Ziel, der auch in Axel Prahls Inselorchester spielt, und Philipp Rohmer am Bass. Am 20. März (20 Uhr) spielen Von Eden, deren Bandname im Übrigen nichts mit Clubbesitzer Rolf Eden zu tun hat, in der Meier Music Hall.
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