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Bauer sucht Frau: Opernideen in Kostüme genäht

Zwischen Landleben und Zirkusluft – 280 Kostüme für Smetanas „Die verkaufte Braut“: Am kommenden Sonnabend ist Burgplatzpremiere.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 24.06.2012.


Braunschweig. Bauersfrauen in derben Gummistiefeln, ein Harlekin im funkelnden Glitzermantel, ein muskelbepackter Athlet mit wilden Tätowierungen – das Gesicht der Oper „Die verkaufte Braut“ zeichnet Rudy Sabounghi.

Gemeinsam mit Katharina Heistinger hat Sabounghi Bühne und Kostüme für Smetanas „Die verkaufte Braut“ entworfen. Premiere ist am Sonnabend (30. Juni), gespielt wird bis Mitte Juli, es gibt noch Karten.
Der gebürtige Ägypter Sabounghi ist ein gefragter Mann in seinem Fach, mit Regisseur Jean-Claude Berutti, der die Burgplatzoper inszeniert, arbeitet er seit langem zusammen. „Wir wissen genau, was der andere will“, sagt Sabounghi. Auch mit Katharina Heistinger verbindet ihn enges Vertrauen. Ist die Österreicherin seine Assistentin? „Um Himmels willen“, sagt er, „es ist eine Ehre, dass sie Zeit für mich und diese Produktion hat.“ Seit März ist die 31-jährige Wienerin ständig in Braunschweig, um an der Umsetzung der Pläne und Ideen mitzuwirken, Rudy Sabounghi wohnt in Paris und ist gerade gekommen. Sie bleiben, bis auch die B-Besetzung Premiere hatte.
Bühnentechnikmeister Siegfried Schlageter schwärmt geradezu von den beiden. „Ich schaue in ihre Augen, weiß, was sie wollen – und dann wird es gemacht.“ Das Arbeitsklima sei hervorragend, „in dieser Vorbereitung ist noch kein einziges böses Wort gefallen“, sagt Schlageter, der immerhin schon zehn Opern gemeinsam mit seinem Team auf den Burgplatz gebracht hat. Im Dezember hat Sabounghi mit dieser Arbeit begonnen, im engen Kontakt mit dem Regisseur die einzelnen Figuren entwickelt. „In dieser Oper geht es vor allem um den Kontrast vom typischen Dorfleben zur Gegenwelt des Zirkus“, erklärt der Künstler. „Rund 280 Kostüme sind entstanden“, fügt Katharina Heistinger an. Damit alles perfekt sitzt, wird nach Maßblättern gearbeitet, „da steht vom Umfang des Handgelenkes und der Oberschenkel bis zur Körpergröße alles drauf“, erzählt Heistinger.
Fotos, Filme, Bücher und das Leben selbst dienen Rudy Sabounghi als Ideengeber für die Kostüme, am Computer schließlich werden die Entwürfe mit den Porträts der Darsteller verbunden, dann zeichnet er Veränderungen und Details. Freitag war erste Anprobe – das Team Sabounghi/Heistinger ist zufrieden.
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