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Autohaus im Dom – was wäre, wenn?

Der Braunschweiger Dom wird für die Sommernacht am nächsten Mittwoch wieder spektakulär beleuchtet. Mehr als 100 Sänger bilden den Chor. Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Vertreter aus Kathedralen diskutieren die Zukunft – Konzerte und Vorträge für alle.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 03.06.2017.

Braunschweig. Was wäre, wenn? Im Dom Geburtstage oder Hochzeiten gefeiert werden könnten? Oder wenn das Gotteshaus gleich ganz umgenutzt würde – in eine Disco oder ein Autohaus? Von solchen Plänen ist der Braunschweiger Dom weit entfernt, aber in anderen Ländern sind ähnliche Aktionen längst Praxis. Geld muss ran. Die Norddeutsche Kathedralkonferenz (NECC) wird sich jetzt in Braunschweig auch solchen Fragen stellen.

50 Gäste aus neun Ländern reisen an, alle arbeiten irgendwie in oder an großen Kathedralen. Seit vielen Jahren gibt es die Kathedralkonferenz, denn diese stadtbildbestimmenden Bauten stehen alle vor ähnlichen Herausforderungen. Untereinander werden Lösungen gesucht, Anregungen ausgetauscht.
Ganz wichtig ist dabei, der Zugang zu Menschen, die nicht klassisch sonntagmorgens zum Gottesdienst gehen. Eines dieser Angebote gibt es gleich am Mittwoch (7. Juni): Ab 22 Uhr startet die Dom Sommernacht. „Wir haben das im vergangenen Jahr zum ersten Mal angeboten“, sagt Dompredigerin Cornelia Götz, „der Erfolg war riesig.“ Und so gibt es jetzt wieder Musik, Licht und Texte mit dem Vokalensemble des Doms und den Renaissance Singers aus Blackburn. Mehr als 100 Sänger werden unter anderem „Amazing Grace“ anstimmen.
Auch der Eröffnungsgottesdienst wird sehr besonders sein. Mit dem Blechbläserensemble und Chören des Doms sowie aus Blackburn, mit Predigten von Landesbischof Dr. Christoph Meyns und dem katholischen Bischof Norbert Trelle.
Einer der öffentlichen Vorträge heißt „Kathedralen als Herzkammern der postsäkularen Gesellschaft“, der Titel spricht Dompredigerin Götz aus dem Herzen. „Wie können wir relevant bleiben, für eine Gesellschaft, in der wir nicht mehr die Mehrheit abbilden?“ sei die Frage. Sie erzählt von einem Beispiel aus Blackburn, wo eine Muslima zum Kathedralen-Team gehört. „Wenn wir die Tür aufmachen, sind Muslime um uns herum“, hatte der zuständige Bischof erklärt, „also gehören sie auch in unsere Kathedrale.“ Einer von vielen Wegen, über die jetzt in Braunschweig diskutiert wird.
Das genaue Programm unter www.braunschweigerdom.de
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