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Ausstellungseröffnungen im Kunstverein Braunschweig | 21. März 2014, 19 Uhr

Wann? 21.03.2014 19:00 Uhr

Wo? Kunstverein Braunschweig, Lessingplatz 12, 38100 Braunschweig DE
Maria Loboda, The egyptian blue coat, 2014. Courtesy die Künstlerin
 
Maria Loboda, Formal Garden in the Early Morning Hours (1), 2013. Courtesy Schleicher/Lange, Berlin; Andrew Kreps Gallery, New York
Braunschweig: Kunstverein Braunschweig |

MARIA LOBODA
DEAD GUARDIAN

22. März - 1. Juni 2014
Eröffnung: 21. März, 19 Uhr

Maria Loboda (geb. 1979 in Krakau) hat eine Vorliebe für verschlüsselte Botschaften und Bedeutun-gen. In ihren Skulpturen, Installationen und Collagen verschleiert das Schöne und Harmlose den teils unheimlichen, teils bedrohlichen Wesenskern der Dinge. So beziehen sich die Arbeiten unter anderem auf rätselhafte Legenden und Persönlichkeiten sowie historische Begebenheiten. In ihrem dOCUMENTA 13-Beitrag This Work is Dedicated to an Emperor (2012) beispielsweise enttarnte Loboda die romantische Schönheit der Natur als unberechenbare Camouflage: Zwanzig eingetopfte Zypressen ahmten auf der Karlsaue Heeresformationen nach und ordneten sich fast wie von Geisterhand täglich neu.

Nicht nur das Verhältnis zur Natur, auch das geistig-spirituelle Verständnis von Raum und Interieur des beginnenden 20. Jahrhunderts greift Loboda in ihrer Kunst auf. Ganz nach Sigmund Freuds Aus-sage „Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“ wird in ihrer Braunschweiger Ausstellung das Unbe-kannte von den Räumen der Villa Salve Hospes Besitz ergreifen. Das ehemalige Wohnhaus wird zu einem entrückten und verbotenen Ort, an dem die zurückgelassenen Gegenstände und Objekte ein verborgenes Eigenleben zu führen scheinen. In Abwesenheit des Menschen hat sich auch die Natur ihr Revier bereits zurückerobert. So ragt ein Falknerhandschuh aus einer Wand hervor und wartet lautlos, aber fordernd auf den Landeanflug des Greifvogels. Und Her Artillery, die steinerne Löwin, wacht – halb schlafend, halb lauernd – über ihrer ungewöhnlichen Beute. Die sonst so erhabene und stolze Villa wird in subtiler Weise aus dem Gleichgewicht gebracht und in ihren Räumen herrscht eine sonderbar angespannte Stille, die sprichwörtliche „Ruhe vor dem Sturm“.

Maria Loboda hat bis 2008 an der Städelschule in Frankfurt bei Mark Leckey studiert. Neben der dOCUMENTA 13 in Kassel nahm sie an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, unter anderem im Museum of Modern Art, Dublin (2013) und im Hamburger Bahnhof, Berlin (2011). Einzelausstellungen widmeten ihr beispielsweise der Kunstverein Bielefeld (2010), das Ludlow 38, New York (2012) und das Museo Reina Sofia, Madrid (2013). Im Frühjahr 2014 wird ein Künstlerbuch (de/engl.) zur Ausstellung erscheinen. Ausstellung und Katalog werden maßgeblich unterstützt durch den Förderpreis „Kataloge für junge Künstler“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Die Ausstellung wird unterstützt durch:
Veolia Environnement, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Land Niedersachsen, Polnisches Institut Berlin



CRISTINA LUCAS
FOCAL DISTANCE

22. März - 1. Juni 2014
Eröffnung: 21. März, 19 Uhr

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst und wurde in der Mythologie meist mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht. Doch kaum war die alles verändernde Formel zum Fliegen gefunden, wurde die neue Errungenschaft auch zu destruktiven Zwecken genutzt. Ausgangspunkt der Drei-Kanal-Videoinstallation im Hauptraum der Remise sind Cristina Lucas‘ umfangreiche Recherchen zur Geschichte der Luftangriffe – denn die Erfüllung des Traums vom Fliegen, die es erlaubte aus der Höhe neue Perspektiven zu gewinnen, bedeutete nicht nur das Ende eines Mythos, sondern auch eine neue Ära der Kriegsführung. Minutiös verzeichnet Cristina Lucas‘ Videokartografie alle dokumentierten Bombeneinschläge mit zivilen Opfern seit 1912. Denn seitdem – das offenbart selbst ein kurzer Blick auf die 2,5 Stunden dauernde Filminstallation – finden auf der Erde permanent Luftangriffe statt. Auch für die vermeintlich friedliche Zeit zwischen den Weltkriegen sind unzählige Bombardements auf der ganzen Welt dokumentiert. Unterteilt ist das Projekt in drei Kapitel: Der erste Teil reicht von 1912 bis 1945, dem Jahr des ersten Atombombenabwurfs. Das zweite Kapitel führt bis ins Jahr 1989, schließt also mit dem Ende des Kalten Krieges und mit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Das noch unvollendete dritte Kapitel wird die Zeit danach umfassen, in der die Hochtechnologie auch in der Luftkriegsführung immer bestimmender wurde.

In Spanien macht die Künstlerin Cristina Lucas (geboren 1973 in Jaén, lebt in Madrid) seit vielen Jahren durch ihre politischen Installationen, Filme, Performances und Zeichnungen von sich Reden. Häufig setzt sie sich in ihren Arbeiten mit kulturellen, sozialen und politischen Machtstrukturen auseinander, vermag es jedoch, ihre offene Kritik mit einem mitunter spielerischen Ansatz zu verbinden und ihr Publikum mit schönen, theatralisch-kraftvollen Bildern zu verführen. Cristina Lucas studierte an der Universidad Complutense de Madrid und University of California, Irvine. Einzelausstellungen widmeten ihr unter anderem das Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (CAAC), das Museo de Arte Contemporanea (MAC) in Santiago de Chile, das Museo Amparo Puebla, Mexikostadt und Stedelijk Museum Schiedam. Zuletzt waren ihre Arbeiten in einer Überblicksschau im Madrider Matadero zu sehen. Zudem war sie an vielen internationalen Gruppenausstellungen wie im Sternesenmuseet in Oslo, dem Museo Thyssen-Bornemizsa in Madrid oder im Moscow Museum of Modern Art (MMOMA) beteiligt.

Die Ausstellung wird unterstützt durch:
Land Niedersachsen, Spanische Botschaft
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