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Aus Trümmern neu entstanden

Die Jüdische Gemeinde in der Steinstraße. Hinter dem von Konstantin Uhde gebauten Haus steht im Innenhof die neue Synagoge. Foto: Stadtmarketing
Braunschweig: Jakob-Kemenate |

Die Synagoge und die Jakob-Kemenate wurden vor zehn Jahren wieder aufgebaut – Programm.

Von Birgit Leute, 08.03.2016.

Braunschweig. Zerstört, wieder aufgebaut, preisgekrönt: Die Braunschweiger Synagoge und die Jakob-Kemenate feiern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen und stellen sich und ihre, zum Teil ganz ähnliche, Geschichte in verschiedenen Veranstaltungen näher vor.

„Beide Gebäude wurden in der Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges zerstört und entstanden nach Jahrzehnten in den Hinterhöfen der Stadt wieder neu“, bringt Jochen Prüsse von der Prüsse-Stiftung das Verbindende zwischen den beiden Nachbarn knapp auf den Punkt.

1938 zerstört

1938 legten die Nationalsozialsten die Braunschweiger Synagoge in Schutt und Asche und errichteten an ihrer Stelle einen Luftschutzbunker. Nach dem Krieg richtete sich die Jüdische Gemeinde provisorisch im Haupthaus an der Steinstraße ein, „doch irgendwann reichte der Platz nicht mehr aus“, erinnert sich Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig. 2006 wurde der Wunsch nach größeren, flexibleren Räumen erfüllt: Im Innenhof der Gemeinde entstand eine neue Synagoge, deren Architektur genauso preisgekrönt wurde wie der Neubau der Jakob-Kemenate. „Die Gebäude verbinden alte und neue Elemente zu einem harmonischen Ganzen“, ist Jochen Prüsse, dessen Stiftung die Kemenate 2004 erwarb, begeistert.
Beide Einrichtung pflegen eine enge und gute Nachbarschaft: Die Jüdische Gemeinde nimmt regelmäßig an kulturellen Veranstaltungen der Kemenate teil, die Stiftung wiederum unterstützt die Gemeinde finanziell.

Im Jubiläumsjahr laden Führungen, Vorträge, eine Kunst-Ausstellung und eine Lesung ein, Kemenate und Synagoge kennenzulernen. Die Autoren Reinhard Bein und Regina Blume beleuchten zum Beispiel am 25. Mai im Vortrag „Zu- und Auswanderung von Juden 1848 bis 1938“ die unterschiedlichen Migrationswellen in den vergangenen Jahrhunderten.

Eine Ausstellung und Lesung in der Jakob-Kemenate bringt den Besuchern dagegen den Künstler Rudolph Jahns näher. Dessen Werke werden vom 7. April bis 5. Mai neben der Kunst von Magnus Kleine-Tebbe gezeigt. Regisseur Gilbert Holzgang schuf außerdem Grundlage eines Briefwechsels zwischen Jahns und dem Schriftsteller Ernst Sander einen höchst spannenden Dialogvortrag (9. April).

INFO

Informationen zum Programm sind unter: Jakob-Kemenate, Stiftung Prüsse, Eiermarkt 1a, Telefon 05306/95 95 26, www.jakobkemenate.de und Jüdische Gemeinde, Steinstraße 4, Telefon 4 55 36, E-Mail: JGemeinde-BS@gmx.de erhältlich. Für viele Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung nötig.
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