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Aus dunklen Abgründen zum Happy End

Das Staatstheater bringt in diesem Jahr die Oper „Der Freischütz“ auf den Burgplatz – Premiere am 14. August

Von Marion Korth, 14.03.2010

Braunschweig. Ein Waldspaziergang auf dem Burgplatz? Warum nicht. Das Staatstheater Braunschweig wird diesmal mit der Oper „Der Freischütz“ nach draußen ziehen. Der Wald als Sinnbild der Natur, von der sich der Mensch entfremdet hat, und ein Ort, an dem sich die dunklen Seiten der Seele offenbaren.

Im vergangenen Jahr hat sich Joachim Klement die „Madama Butterfly“ auf dem Burgplatz angeschaut – und war begeistert. Von der Inszenierung ebenso wie von der Atmosphäre. Damals war er Zuschauer, jetzt, als neuer Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig, hat er sich bewusst die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber ausgesucht. Premiere wird am 14. August sein.
Gerade draußen im Freien entstehe ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. „Für mich war die Frage: Was will man denn gemeinschaftlich erleben?“, erzählt er bei der Pressekonferenz. Von dieser Überlegung bis zum Freischütz ist es kein langer Weg mehr, spürt doch dieses oft als „deutsche Nationaloper“ bezeichnete Werk dem deutschen Wesen nach. „Es ist ein Stück über Deutschland, und was es klischeehaft ausmacht“, sagt Regisseur Andreas Baesler. Mit diesen Klischees zu spielen, sie assoziativ zu umkreisen, das sei eine spannende Herausforderung. Baesler hatte schon die „Butterfly“ auf den Burgplatz gebracht, nun hat ihn Klement erneut nach Braunschweig geholt.
Der Wald, die Jagd, das sind wesentliche Elemente im Freischütz. Der Burglöwe muss gute Miene zum „bösen Spiel“ machen. Damit er ins Bühnenbild passt, bekommt er ein Hirschgeweih aufgesetzt, dazu wird viel echtes Grün in die Theaterarena verpflanzt. Um das Bild des typisch Deutschen zu komplettieren, dürfen auch Jägerzaun und Gartenzwerg nicht fehlen. Nicht mit Spott möchte Baesler dem Freischütz begegnen, wohl aber mit ein bisschen Ironie.
Der Stoff hat es in sich, seine Wurzeln reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ein Drama, das von Liebe und Aberglauben handelt, das die deutschen Mythen bündelt. Und das auch von der Manipulierbarkeit des Menschen erzählt, der sich, um seine Ziele zu erreichen, mitunter auch mit dem Bösen verbindet. An dieser Stelle ergibt sich für Baesler ein stets aktueller Bezug.
Musikalisch hat „der Freischütz“ ebenfalls mehr zu bieten als den bekannten Jägerchor. Der musikalische Leiter Georg Menskes verspricht eine Konzentration auf die Darstellung und Interpretation des Mystischen. Die helle und die dunkle Seite möchte er musikalisch sichtbar machen. In den Hauptpartien sind unter anderem Mária Porubcinova als Agathe und Mark Adler als Max zu hören.
Als musikalisches Ergänzungsprogramm steht Carmina Burana von Carl Orff auf dem Programm. Gleich zwei Konzerte, Beginn um 15 und um 20 Uhr, sind für den 15. August geplant. Um gezielt Jugendliche anzusprechen, wird am 17. August ein Schüler- und Jugendkonzert zu der Oper „Der Freischütz“ auf dem Burgplatz angeboten.

Service

• „Der Freischütz“, romantische Oper von Carl Maria von Weber, Text von Friedrich Kind, uraufgeführt 1821.
• Die Handlung: Um seine Agathe zu gewinnen, muss Max den traditionellen „Probeschuss“ erfolgreich absolvieren. Doch in letzter Zeit trifft er immer seltener sein Ziel. Verzweifelt gibt er sich in die Hand seines Konkurrenten Kaspar, um in der „Wolfsschlucht“ Freikugeln zu gießen, die niemals ihr Ziel verfehlen – nur die letzte gehört dem „schwarzen Jäger“ Samiel, der sie lenkt, wohin er will. Eben diese letzte Kugel bleibt Max für den Probeschuss …
• Premiere am 14. August, weitere Vorstellungen am 17., 18., 20., 21., 22., 24., 25., 26., 27., 29. und 30. August, jeweils ab 20 Uhr. Der Kartenvorverkauf läuft.
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