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Aus der Sicht eines Spätzünders

Bert Sieverding. Foto: Pause

Bert Sieverding schreibt erst seit Kurzem und hat jetzt seinen ersten Roman vorgelegt.

Von André Pause, 06.01.2014.

Braunschweig. Kurze, schlichte Sätze, klar und prägnant – das ist der Stil von Bert Sieverding.

Mit „Spätzünder“ hat der Maschinenbauingenieur seinen ersten Roman veröffentlicht.
Der Titel könnte, der Autor ist Jahrgang 1956, durchaus Bezug nehmen auf das Alter des Schreibers bei seiner Erstveröffentlichung. Zuvörderst ist das Buch jedoch Reflektion der Zeit, in der Sieverding aus seiner Geburtsstadt Vechta zum Studieren nach Braunschweig kam. Das war 1978. Er skizziert das Entkommen aus den Fängen des kleinbürgerlichen Familienlebens über den Umweg Bundeswehr. Roter Faden ist seine Freundschaft zu Didi, mit dem er gemeinsam an der TU landete.
Das Buch beschreibt die Gesellschaft der späten 70er und das Leben in der Hochschulstadt. Das war für Sieverding zunächst gar nicht so einfach. „In der ersten Zeit bin ich richtig untergegangen. Man merkt, wie unselbstständig man ist, einfachste Sachen neu lernen muss“, skizziert der heutige IT-Fachmann die Situation als Fremder in der großen Stadt. Doch der Protagonist freundet sich mit seiner neuen Umgebung an, findet neue Freunde. Kumpel Didi – als Mensch der komplette Gegenentwurf: Selbstbewusster Travolta-Typ im Benz – macht es genau andersrum: genießt als Lebemann die Vorzüge der Großstadt, um am Ende in doch wieder in der alten Heimat zu landen. Für den Autor bleibt das Thema Frauen zur damaligen Zeit ein Buch mit sieben Siegeln. Auch hier sei der Buchtitel Programm, meint er schmunzelnd. Ob der Protagonist am Ende mit der wechselhaften Bauingenieursstudentin Anna zusammenkommt, bleibt dann auch offen. Sieverding, der erst vor zwei Jahren mit dem Schreiben begonnen hat, gelingt mit „Spätzünder“ eine sehr dialogorientierte und unterhaltsame Bestandsaufnahme. Den finalen Anstoß zum Buch habe der Studienabschluss der eigenen Tochter gegeben, gibt der Autor zu Protokoll. Für den Mut und das vorliegende Ergebnis muss man ihn beglückwünschen.
Bert Sieverding: „Spätzünder“, Tredition Verlag 2014, 12,99 Euro (Kindle 4,99 Euro).
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