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Anspruchsvolle und gewaltige Musik

Wagt sich zu seinem Jubiläum an ein seltenes und schwieriges Werk: Der Konzertchor Braunschweig. (Foto: Foto: Veranstalter)

Der Konzertchor Braunschweig bringt „Der Fall von Babylon“ von Louis Spohr auf die Bühne

Von Birgit Leute, 01.12.2014
Braunschweig. „Das größte Werk seit Händel“ – so schwärmte ein englischer Zeitgenosse von Louis Spohrs „Der Fall von Babylon“. Das zweistündige Oratorium gilt unter Musikkennern als anspruchsvoll und sperrig, aber auch gewaltig und bewegend. Am Donnerstag (5. Dezember) ist es um 20 Uhr in der St. Magni-Kirche zu hören.

Anlass des Konzerts ist das
20-jährige Bestehen des Konzertchores Braunschweig. Unter Leitung von Matthias Stanze und in Zusammenarbeit mit dem Staatsorchester Braunschweig, Solisten des Staatstheaters sowie dem Louis-Spohr-Musikzentrum, bringt der Chor ein Werk auf die Bühne, das in Braunschweig bislang erst einmal aufgeführt wurde. „Dieses vierte und letzte Oratorium von Spohr fordert Musiker und Zuhörer gleichermaßen“, ordnet Stanze, der auch Präsident der Braunschweigischen Louis- Spohr-Gesellschaft ist, ein. Komplexe Harmonien, eine spannungsreiche Beziehung zwischen der äußeren Form und der Tonsprache – Spohr zeig sich im „Fall von Babylon“ als Tüftler, als Präzisionsmensch, aber auch als Musiker einer Übergangszeit zwischen Klassik und Romantik mit Anklängen an die Moderne.
Thema ist aktuell
„Man erschrickt tatsächlich über die Aktualität des Werkes“ so Stanze. Der „Fall von Babylon“ behandelt eine Episode aus dem Alten Testament. Belsazar, König von Babylon, wird darin als Tyrann dargestellt, der sich im Verlauf eines Festmahls als Gotteslästerer und Tempelschänder aufführt. „Die Verfolgung der Juden, die Suche nach Religiosität, die plötzliche Einsamkeit Belsazars nach der Warnung Gottes – das sind moderne Themen“, betont Stanze.
CD geplant
Die Kritiker der englischen Erstaufführung 1842 überschlugen sich förmlich vor Begeisterung. Auch das Konzert in der St. Magni-Kirche wird ein Meilenstein in der Spohr-Rezeption sein, denn es wird für die Produktion einer CD aufgenommen, die im Frühjahr 2014 in den Handel kommen wird. „Tatsächlich wird dieses Werk dann weltweit erstmalig als CD erhältlich sein“, ist Stanze stolz. Die Solisten sind Ekatarina Kudryavtseva (Sopran), Anne Schuldt (Alt), Matthias Stier (Tenor), Dirk Schmidt (Bariton), Rossen Krastev (Bass).
Für das Konzert gibt es noch Restkarten an der Konzertkasse.
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