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Anmut der 50er Jahre: ja – Nostalgieshow: nein

Freuen sich auf die „West Side Story“ auf dem Burgplatz: Barbara Bloch (Bühne und Kostüme), Generalintendant Joachim Klement, Kai Uwe Kraul (BS-Energy), Operndirektor Philipp Kochheim und Chordirektor Georg Menskes (v.l.).
 
1300 Besucher – mehr als zuletzt – fasst die Burgplatzarena in diesem Jahr. 17 Mal wird das Musical „West Side Story“ vom 6. bis zum 23. Juli zu sehen sein, einmal Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ (20. Juli). Fotos: André Pause

Burgplatz Open Air 2014: Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“ vom 6. bis zum 23. Juli – „Messa da Requiem“ einmalig am 20. Juli.

Von André Pause, 05.02.2014.

Braunschweig. Insgesamt 17 Vorstellungen des Musicalklassikers „West Side Story“ von Leonard Bernstein zeigt das Staatstheater vom 6. bis zum 23. Juli in der Open-Air-Arena auf dem Burgplatz.

Angekündigt wird die beliebte Musiktheaterveranstaltung im historischen Ambiente der Stadtmitte demnächst mit knallfarbigen Pop-Art-Plakaten im Roy-Lichtenstein-Stil.
Das Stück über den Bandenkrieg unter Jugendlichen in der New Yorker Westside zwischen den amerikanischen „Jets“ und den puerto-ricanischen „Sharks“, die um die Vorherrschaft auf der Straße kämpfen, passe gut an diesen Ort, befand Philipp Kochheim bei der offiziellen Präsentation des Burgplatz-Stückes: „Es ist ein toller Platz, um Jugendgangs loszulassen.“ Die Inspiration dazu bekam der neue Operndirektor beim Blick aus dem New Yorker Hotelzimmer. Der Blick über die aus der Stadt hervorgehobenen Dächer bot Abwechslung: Tagsüber ließen sich Arbeiter beim Pause machen beobachten oder die Reichen und Schönen im Pool auf der Terrasse, zu vorgerückter Stunde die Liebespaare und so weiter. „Ein eigenes Biotop“, so Kochheim. Mit seiner Inszenierung setzt er nun in erster Linie auf die Wirkung der Musik. „Latein, Jazz, fast opernhafte Arien und Duette – das Stück ist zum Bersten voll mit Ohrwürmern“, meinte der Regisseur, verwies aber auch auf die „zutiefst berührende Vorlage“, welche sich an Shakespeares „Romeo und Julia“ orientiert. Die zarte Liebe zwischen dem Amerikaner Tony und der Puerto Ricanerin Maria, die nicht sein darf und am Ende tragisch scheitert – diese klassische Erzählweise soll auch auf dem Burgplatz Bestand haben. Kochheim belässt das Stück in der damaligen Zeit. Mögliche aktuelle Bezüge wie die Riots in England vor zwei Jahren bleiben außen vor. „Man muss den Leuten nicht alles unter die Nase reiben“, sagte der Regisseur. Die Musik gehe so spezifisch mit der Zeit um, dass, wenn man es mit dem Gegenwartsbezug ehrlich meinte, die Musik ausgetauscht werden müsste. Das möchte der Operndirektor allerdings ebenso wenig wie eine reine Nostalgieshow. In der Anmutung zeitlos gültig – das ist gewollt. Das Stück jedenfalls könne alles, was Musiktheater können muss, ist sich Kochheim sicher.
Transportiert werden soll die zeitlos gültige Tradition auch bildlich. Die Kostüme werden an (robusten) 50er-Jahre-Schick angelehnt sein, die Arena mit der szenisch erhöhten Dachlandschaft im Zentrum, Wassertank und Treppenhaus im Hintergrund erhält einen Rahmen aus Billboards. „Das leere Werbegerüst wird zum Spielort“, verriet Bühnen- und Kostümbildnerin Barbara Bloch.
Für die Besetzung der „West Side Story“ wurde umfangreich gecastet. Moran Abouloff und Simone Lichtenstein teilen sich die Rolle der Maria, Matthias Stier und Arthur Shen werden abwechselnd als Tony zu erleben sein. Neben Mitgliedern des Staatstheaterensembles wirken 20 zusätzliche Darsteller mit. Das bekannteste Gesicht: Claus Theo Gärtner. „30 Jahre hat er (als TV-Detektiv Matula) den guten Cop gespielt. Es wird interessant sein ihn nun in einer bösen Rolle (der des Officers Krupke) zu sehen“, freute sich Operndirektor Kochheim.
Begleitet wird das sommerliche Musicalprogramm mit der Aktion „100 Schüler in die Oper“ sowie der „West Stadt Story“, einer Inszenierung, die Kochheim mit Schülern der Weststadt realisieren möchte. Am 20. Juli verabschiedet sich Generalmusikdirektor Alexander Joel mit Verdis „Messa da Requiem“ aus Braunschweig. Der Vorverkauf startet für die Abonnenten am 6. Februar, für alle anderen am 8. Februar. Bis zum 30. April gilt ein Frühbucherrabatt. Infos: www.staatstheater-braunschweig.de .
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1 Kommentar
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Horst Kanne aus Weststadt | 05.02.2014 | 22:19  
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