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Alter Fritz hatte Sinn für Luxus

Spannender Tausch zweier Museen: Figurine Friedrichs II. gegen Samtrock des Preußenkönigs.

Braunschweig (j), 21.03.2012.

Die Braunschweiger Figurine Friedrichs II. wird ans Deutsche Historische Museum in Berlin verliehen. Der Originalsamtrock des „Alten Fritz“ wechselte dafür im Austausch nach Braunschweig. Am vergangenen Montag wurde der Rock in die Vitrine der Sonderausstellung „Tatort Geschichte“ eingebracht.

Die Geschichtsschau „Friedrich der Große – verehrt, verklärt, verdammt“ ist von heute an bis zum 29. Juli im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin zu sehen. Die Braunschweiger Wachsfigurine ist ein prominentes Objekt der Sonderausstellung „Tatort Geschichte“. So kam es zu dem Austausch – ein für das Braunschweigische Landesmuseum äußerst spannender Tausch, da die beiden Objekte zwei völlig unterschiedliche Facetten des Monarchen repräsentieren: den (bekannten) Geizhals und den (unbekannten) Luxus-Liebhaber.
Die Braunschweiger Figurine zeigt das Bild des „Alten Fritz“, das sich als Legende überliefert hat beziehungsweise das Friedrich selbst überliefert sehen wollte: Den bis zum Geiz sparsamen, an Äußerlichkeiten desinteressierten alten Mann, der sich größtenteils in abgetragene Uniformen kleidete. Die Figurine wird als sehr ehrliches Abbild Friedrichs II. eingeschätzt, sie zeigt ihn in fortgeschrittenem Alter mit deutlichen Alterserscheinungen wie Stirnfalten, Krähenfüßen und ausgeprägten Tränensäcken. Der König trägt Originalkleidung, einen Offiziersrock des Infanterieregiments Nummer 15/1 mit Schwarzem Adlerorden, Dreispitz, Stiefeln und Handschuhen.
Der Samtrock hingegen offenbart eine andere, bisher wenig bekannte Seite des Preußenkönigs: den Monarchen mit Sinn für Luxus. Die unlängst erstmals veröffentlichten Schatullrechnungen, in denen die vom König persönlich bestrittenen Ausgaben aufgeführt sind, weisen nach, dass Friedrich durchaus größere Summen für seine höfische Lebenshaltung ausgab – von teuren Delikatessen bis zu wertvollen Kunstwerken. Jedes Jahr ließ sich der Preußenkönig auch ein bis zwei einfache und gelegentlich eine bestickte Uniform schneidern. Zu vielen Anlässen trug Friedrich der Große einen kostbaren Gala- oder Staatsrock im Stil des 1. Bataillons Leibgarde, aber aus Seidensamt und mit fein ausgeführten Stickereischleifen bestickt.
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