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Als Herrscher mächtig, als Mensch ziemlich unbekannt

Das Braunschweiger Land feiert den 300. Geburtstag von Herzog Carl I. – Vier Ausstellungen.

Von Birgit Leute, 13.03.2013.

Braunschweig. Mächtiger Landesherr, Impulsgeber, fortschrittlicher Geist: Beim Namen Carl I. überschlagen sich die Historiker mit Lob. Jetzt wird der 300. Geburtstag des Braunschweiger Herzogs am 1. August mit einer ganzen Veranstaltungsreihe gefeiert.

Zwischen dem 14. März und 8. Dezember wollen Ausstellungen, Lesungen und Konzerte einen Mann beleuchten, über den persönlich nicht viel bekannt ist und der dennoch dem Braunschweiger Land im 18. Jahrhundert einen wichtigen Stempel aufgedrückte. Zum Auftakt gibt es das Konzert „Drei mal hoch, Carl“ des Delian Quartetts am 14. März, 19 Uhr, im Schloss Bevern.
„Carl I. war ein typischer Vertreter des Barock, aufgeklärter Absolutist, von manchen Historikern auch als Befehlsempfänger des preußischen Königs abgetan, aber im Gegensatz zu seinen berühmten Beratern wie Abt Jerusalem oder Gotthold Ephraim Lessing wissen wir vom Menschen Carl im Grunde nichts – nicht einmal die Namen seiner Mätressen“, charakterisiert Dr. Brage bei der Wieden vom Braunschweigischen Geschichtsverein augenzwinkernd den Herrscher.
Carls Verdienst lag auf einem anderen Feld: Er förderte in seinem Herzogtum Kultur und Wirtschaft, verbesserte Verwaltung und Bildung und gründete dafür eine ganze Reihe von Institutionen, die noch heute bestehen. Dazu gehört das Collegium Carolinum (heute die TU), das Fürstliche Leyhaus (heute die Nord/LB und Braunschweigische Landesparkasse), die Brandversicherungsanstalt (inzwischen die Öffentliche Versicherung) und die Vorläufer des Herzog-Anton-Ulrich-Museums und des Naturhistorischen Museums. „Ende des 18. Jahrhunderts galt das Herzogtum Braunschweig als Musterstaat und war verwaltungstechnisch und wirtschaftlich auf einem Höhepunkt angelangt“, ordnet Thomas Krueger, Leiter des Museums Schloss Fürstenberg, ein.
Zum Jubiläumsjahr lernen Interessierte nicht nur die berühmte Porzellanmanufaktur kennen. Das Herzog-Anton-Ulrich-Museum rückt in einer Ausstellung eine berühmte Marmorbüste Carls I. in den Fokus, das Städtische Museum präsentiert Beispiele von Braunschweiger Manufakturen, und das Weserrenaissance-Schloss Bevern stellt die Auswirkungen der Politik Carls I. auf das heutige Landschaftsbild dar.
„Es ist spannend, zu entdecken, wie viele Spuren Herzog Carl I. hinterlassen hat, die auch nach drei Jahrhunderten noch Bestand haben“, wirbt Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse für das Programm des Jubiläumsjahrs. Das komplette Programm befindet sich im Internet unter www.carl300.de.
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