Anzeige

Alles klar für den großen Auftritt

Im Naturhistorischen Museum piept es. Fotos: Korth
 
Ganz vorsichtig streicheln Mila (rechts) und Anna das kleine Küken, das Annika Beckmann ihnen zeigt. „Elsa“ soll die kleine Henne heißen, beschließt Mila.

Staatliches Naturhistorisches Museum präsentiert frisch geschlüpfte Osterküken.

Von Marion Korth, 31.03.2018. 

Braunschweig. 37,1 Grad zeigt das Thermometer auf dem Brutkasten, der Raum, in dem der Schrank steht, ist nicht viel kühler. Zehn Osterküken sind bereits geschlüpft, gerade müht sich Nummer elf aus der Eischale. Vier bis fünf Stunden Schwerstarbeit liegen hinter ihm. Ostern ohne Osterküken, das ist im Staatlichen Naturhistorischen Museum einfach undenkbar, und jedes Mal ist der Andrang riesengroß.

Kükenmama ist in diesem Jahr die wissenschaftliche Volontärin Annika Beckmann. Sie wacht darüber, dass im Brutschrank und im Auslauf alles in Ordnung ist. Aufregend und schön, diese Worte passen gleichermaßen, um ihre Aufgabe zu beschreiben. Es war Zufall, dass sie am Sonntagabend noch einmal nach dem Rechten schaute und so gerade noch erleben konnte, wie das erste Küken schlüpfte. Seit dem 6. März haben die Eier im Brutschrank bei 37 bis 38 Grad gelegen, die Apparatur besorgt auch das regelmäßige Wenden der Eier. „Das würde sonst die Henne machen“, erläutert Annika Beckmann. Durch den Positionswechsel wird sichergestellt, dass das Küken sich nicht festliegt und mit der Eischale verklebt.

Zum 22. Mal werden die Osterküken im Museum präsentiert, nur in einem Jahr sei diese Sonderveranstaltung wegen der Vogelgrippe ausgefallen. 50 Eier hat ein Hühnerzüchter aus Lehrte diesmal zur Verfügung gestellt. Darunter welche von Bielefelder Kennhühnern. „Eine Besonderheit“, wie Museumsdirektor Dr. Ulrich Joger betont. Schon gleich nach dem Schlupf zeigt das unterschiedlich gefärbte Daunenkleid an, ob das Küken ein Hahn oder eine Henne ist. Daher rührt der Name „Kennhuhn“. „Diese Rasse ist nicht sehr verbreitet“, sagt Joger. Zusammengenommen wären es nicht mehr Tiere als sonst in einer einzigen Hühnerfarm leben. In der konventionellen Landwirtschaft werden Hühner gewünscht, die entweder schnell wachsen und Fleisch ansetzen und sich somit für die Mast eignen, oder solche, die sehr viele Eier legen. Das Bielefelder Kennhuhn bietet als sogenanntes Zweinutzungshuhn beides, Fleisch und Eier, aber beides nicht in rekordverdächtigen Mengen. Für die Hobbyhaltung sind die Bielefelder Kennhühner ideal, und schön anzusehen sind sie obendrein.

Eine Gruppe des DRK-Kindergartens in der Broitzemer Straße hatte am Vormittag spontan beschlossen, das Museum zu besuchen. Jetzt stehen Anna und Mila genauso im Kameralicht wie das Küken, das sie streicheln dürfen. „Ich habe ein bisschen Angst“, sagt Mila. Aber das Küken pickt nicht nach ihr und ist so flauschig, wie Annika Beckmann es versprochen hat. „Das Küken heißt Elsa“, beschließt Mila.
„Für die Küken ist das hier sicher auch aufregend“, sagt Annika Beckmann. Bis zum 8. April werden bis zu 10 000 Osterbesucher im Museum erwartet. Sie plant eine Art Schichtwechsel für die Kleinen, damit sie sich abseits in einem Auslauf ganz unbeobachtet zwischenzeitlich erholen können. Nach ihrem Ostereinsatz kommen die Küken auf den Hühnerhof ihres Züchters.

Laufzeit der Osterkükensonderschau: 27. März bis 8. April
Ausstellungsort: Staatliches Naturhistorisches Museum, Pockelsstraße 10.
Öffnungszeiten: täglich 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr.
Eintrittspreise: Erwachsene sechs Euro, ermäßigt vier Euro, Kinder (sechs bis 17 Jahre) drei Euro. Die Eintrittskarten berechtigen auch zum Eintritt in die Sonderausstellung „Haie. Räuber seit Jahrmillionen“.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.