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Ähnlichkeiten sind Absicht

Peter Schanz mit Theaterstück um Glogowski

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Peter Schanz ist fertig. „Gipfeltaucher“ heißt das Werk, basiert auf dem Leben von Gerhard Glogowski und kommt in der nächsten Spielzeit auf die Bühne.

„Ein Lustspiel aus der großen Welt der kleinen Politik in Versen“ lautet der Untertitel. Autor Peter Schanz hat mit bekannt messerscharfem Blick den Klüngel und die Freundschaft, die Partei und die Presse, die Praktikantinnen und Büroleiter und alle anderen, die die Bühne „einer kleinen Großstadt“ bespielen, analysiert und in scharfzüngige Verse verpackt.
Siegfried Sikorski heißt sein Held, „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig“ steht im Manuskript. Sind sie nicht. „Die Geschichte Gerhard Glogowskis hat mich angeregt zu diesem Stück“, sagt Schanz, „aber ich habe Figuren hinzugestellt, Geschehnisse verdichtet. Theater braucht eine Überhöhung und Verallgemeinerungsfähigkeit.“
Da der ehemalige Ministerpräsident aber dennoch klar zu erkennen ist, ging Theater-Intendant Wolfgang Gropper in die Offensive und suchte das frühe Gespräch mit „Glogo“. Ergebnis: „Alles klar.“ „Es geht in meinem Stück um Aufstieg und Fall eines beliebten Politikers im ausgehenden 20. Jahrhundert“, erzählt Peter Schanz, „es ist die Geschichte eines guten Menschen aus einfachen Verhältnissen mit einer großen Karriere.“
Sie spielt in einer Ära, in der Politik „unter Männern“ gemacht wurde, besser noch „unter Freunden“. Neben seine Hauptfigur hat Schanz einen Bauunternehmer und einen Brauereibesitzer gestellt, ein „Trio der Ehre“, wie der Autor es nennt.
Lange Zeit habe Politik so funktioniert, sagt Schanz. Das habe sich geändert. Das „Männerbündlerische“ unter dem Motto „Eine-Hand-wäscht-die-andere“ sei so nicht mehr akzeptabel.
Deshalb wird die Geschichte auch aus der Perspektive der „Nachwachsenden“ erzählt, einem 35-jährigen Büroleiter und seinem Freund, dem „örtlichen, investigativen Journalisten.“ Denn „die Degeneriertheit der Medien“, so Schanz, spiele eine wesentliche Rolle in dem Machtgefüge der „alten“ Politik.
Der Vertreter dieser „alten“ Politik, Gerhard Glogowski, nimmt das Stück mit Humor. „Wer so ein interessantes Leben wie ich gehabt hat, der sollte andere auch daran teilhaben lassen“, sagt er. Bei der Premiere von „Gipfeltaucher“ wird Glogowski auf jeden Fall im Kleinen Haus sein, allein schon deshalb, weil er ein Fan von Braunschweiger Theaterstücken ist. „Braunschweich, Braunschweich“, „Mensch Agnes“, oder „Ölper Zwölf Points“ – Gerhard Glogowski war überall dabei. Und nicht immer nur als Zuschauer. Als „Kulle Blau“ in der ersten Ölper-Staffel sein Eintrachtlied als Zugabe präsentierte, schnappte er sich den amtierenden Eintracht-Präsidenten und tanzte mit ihm über die Bühne. Humor hat der Mann also, und so sieht er auch der Premiere von „Gipfeltaucher“ gelassen entgegen: „Ich hoffe, dass es lustig wird“, sagt er.
Dafür steht der Name Peter Schanz, wobei er auch bekannt dafür ist, dass mancher Lacher im Halse stecken bleibt. „Denn so schwarz-weiß wie im klassischen Lustspiel ist mein Stück nicht“, sagt der Autor, „jeder hat seine eigene Wahrheit, die Zuschauer werden sich positionieren.“
Premiere ist im Juni 2009 im Kleinen Haus.
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