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Acht auf einen Streich

Venezianische Tazza. Fotos (3): Hübner
 
Porzellanfigur.
Braunschweig: Burgplatz |

Neue Kunstwerke für das Herzog-Anton-Ulrich-Museum erworben.

Von Martina Jurk
Braunschweig, 02.03.2015. Professor Dr. Jochen Luckhardt strahlt, was er eigentlich eher selten in der Öffentlichkeit tut. Mit acht Kunstwerken von internationaler Bedeutung, die das Herzog-Anton-Ulrich-Museum jetzt erwarb, sind die Wünsche des Museumsdirektors erfüllt worden. Möglich machte das die Fritz Behrens Stiftung Hannover, die im vergangenen Jahr für 750 000 Euro acht Objekte aus den Bereichen der Angewandten Kunst, Malerei und Graphik von einer Kunsthändlerin kaufte und dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

Vor dem Hintergrund, dass Museen für den Erwerb von Kunstobjekten keine staatlichen Fördermittel mehr erhalten, sei das umso erfreulicher, meinte Luckhardt. Und dass die Stiftung den Erwerb gleich mehrerer Werke ermöglichte, sei nicht hoch genug anzurechnen. „Die besonderen Stücke, die aus herausragenden europäischen fürstlichen Sammlungen stammen, bereichern die Bestände des Kunstmuseums auf hervorragende Weise“, freut sich Professor Dr. Jochen Luckhardt.

Bei den Kunstobjekten handelt es sich um:
• eine Schale aus einem Fugger‘schen Glasservice (um 1570-80),
• eine venezianische Glasschale (um1520-30), die auch auf das Geschlecht der Fugger zurückzuführen ist,
• eine Platte aus einem Fayencetafelservice, die durch das Monogramm „AE“ auf Fürst Albrecht Ernst II. zu Oettingen-Oettingen (1669-1731) hinweist,
• eine venezianische Tazza mit orientalisch anmutendem Dekor aus den Sammlungen der Fürsten Oettingen-Wallerstein,
• eine Kamee (um 1600), die aus einem dreischichtigen Sardonyx gearbeitet wurde und aus dem Nachlass des Grafen von Arundel (1585-1646) stammt,
• die Porzellanfigur einer „Putzmacherin“ (um 1773), die den umfangreichen Bestand der Fürstenberger Porzellane des Herzog-Anton-Ulrich-Museums erweitert,
• eine Miniaturmalerei mit der Darstellung der sechs ältesten Kinder Maria Theresias (um 1747),
• das „Kleine Skizzenbuch der Rückreise“ (1829) aus Privatbesitz, das die Reihe der im Kupferstichkabinett des Museums vorhandenen Skizzenbücher von Carl Blechen (1798-1840) komplettiert.

Seit Beginn der 1970er Jahre erwirbt die Fritz Behrens Stiftung Kunstwerke, darunter auch für das Herzog-Anton-Ulrich-Museum, unter anderem so bedeutende Werke wie die Ölskizze „Anbetung der Hirten“ von Peter Paul Rubens oder das Gemälde „Der Tod der Dido“ von Mattia Preti. „Die Preisverhandlungen mit der Kunsthändlerin für die Einzelstücke gestalteten sich schwierig“, erzählte Matthias Fontaine, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, bei der Präsentation der Werke. Einigung habe dann für den Paketpreis erzielt werden können – zur Freude des Herzog-Anton-Ulrich-Museums.

Der Gründer der Stiftung, Fritz Behrens, wurde 1836 in Groß Lafferde bei Peine als Bauernsohn geboren. Viel Geld machte er als Unternehmer im Braunkohleabbau. Er führte die Braunkohlebriketts ein. Sein Wunsch war es, nach seinem Tod eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Diese fördert Projekte, um menschliche Not im sozialen und gesundheitlichen Bereich zu lindern, zudem Kunst, Bildung, Forschung und Wissenschaft – getreu dem Leitmotiv „Dem Menschen verpflichtet. Dem Fortschritt zugewandt.
Noch bis zum 31. Mai können die Dauerleihgaben der Fritz Behrens Stiftung im Rittersaal der Burg Dankwarderode besichtigt werden. Nach der Wiedereröffnung des Herzog-Anton-Ulrich-Museums im September 2016 sind sie dann dort zu sehen.
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