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Abschied von Wolfgang Gropper

Künstler des Staatstheaters gestalteten den Rahmen für die Trauerfeier. Foto: Obi-Preuß

Der frühere Intendant des Staatstheaters ist tot: Öffentliche Trauerfeier im Kleinen Haus.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 08.06.2016.

Braunschweig. Öffentlicher Abschied von Wolfgang Gropper im Kleinen Haus: „Bist anständig gwesen?“ – den jüngsten Buchtitel des früheren Staatstheater-Intendanten beantwortete der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann in seiner Trauerrede. „Ja, mehr als das“, sagte er, „ein Vorbild für andere. Und das würde ich nicht zu jedem sagen.“

Gropper und Hoffmann, der Intendant und der OB, waren Freunde geworden über die Jahre, auch im Ruhestand blieben die Männer und ihre Familien verbunden. „Einmal im Jahr stand ein Treffen in Aschau an“, erzählte Hoffmann vom jüngsten Besuch vor zwei Monaten in der Chiemgauer Heimat der Groppers. Vom Tod gezeichnet sei Gropper da bereits gewesen, doch spätestens beim Nachtisch, als bei der traditionellen Bayrisch Creme das Thema Theater anstand, sei die alte Leidenschaft wieder da gewesen. „Klug, offen, warmherzig“, schwärmte Hoffmann von seinem Freund.

Vom Burgplatz-Open-Air als „Geschenk für die Braunschweiger“ erzählte Hoffmann, vom regionalen Engagement, aber auch von Niederlagen: Dass die Bewerbung zur Kulturhauptstadt nicht gewonnen hatte, sei für Wolfgang Gropper eine riesige Enttäuschung gewesen. „Wir werden an ihn denken, solange wir leben“, sagte Hoffmann tief bewegt, „das Braunschweiger Land noch weit darüber hinaus.“

Intendant Joachim Klement hatte die „Gradlinigkeit“ seines Vorgängers gewürdigt, „weitherzig und enthusiastisch“ sei er gewesen, „loyal und zuverlässig.“ Und er betonte Groppers Leidenschaft und Begeisterung für das Theater.
Hiervon erzählte auch Klaus Lembke, der Schauspieler, der bereits in den 70er Jahren mit Gropper als Regisseur gearbeitet hat, beschrieb eindrucksvoll die Herzlichkeit, aber auch Hartnäckigkeit des Theatermanns.
Schauspieler Matthias Schamberger trug Passagen aus einer Rede Groppers vor, in denen es um die Bedeutung des Theaters in der sogenannten Provinz ging – scharfzüngig, ehrlich, humorvoll.
Der ehemalige Propst Armin Kraft schließlich skizzierte die langen, mitunter aufreibenden Debatten zwischen ihm und Gropper zum Thema „Gesamtkunstwerk Christentum.“
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