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Abend mit Botschaft: „It’s never too late for teenage dreams“

New Yorker Indie-Rocker Nada Surf spielten in der fast ausverkauften Meier Music Hall.

Von André Pause, 18.11.2012.

Braunschweig. Das muss doch ein Schreibfehler sein! Nada Surf in Braunschweig? Manch einer mag sich beim Lesen der Ankündigungen des Konzerts ungläubig die Augen gerieben haben. Am Donnerstagabend herrschte Klarheit. Es war tatsächlich die New Yorker Indie-Pop-Rock-Institution, die in der sehr gut besuchten Meier Music Hall aufspielte.

„It’s never too late for teenage dreams“, singt Frontmann Matthew Caws im gleichnamigen Song „Teenage Dreams“ sehr treffend, auch an diesem Abend – und spricht damit bestimmt so manchem Besucher aus der Seele: Schön, dass sich mal wieder eine Alternative-Band in die Stadt wagt, die im Regelfall eher im Line-up einschlägiger Festivals oder auf Bühnen urbaner Gefilde zu finden ist.
Das Publikum ist besser gemischt als manches Skatblatt. Fans der ersten Stunden, mittlerweile jenseits der vierzig, sind ebenso zahlreich vertreten, wie die Anfang Zwanzigjährigen. Gemeinsam erleben sie im Meier eine knapp zweistündige, jederzeit solide, bisweilen auch mitreißende Show.
Titel des aktuellen, im Frühjahr erschienenen Albums „The Stars are indifferent to Astronomy“ und ältere Songs halten sich dabei die Waage. Live hat sich die beinahe zwanzig Jahre bestehende Stammformation Matthew Caws (Gesang, Gitarre), Daniel Lorca (Bass) und Ira Elliot (Drums) mit Gitarrist Doug Gillard, der unter anderem für Guided by Voices in die Saiten gegriffen hat, zum Quartett ausgeweitet. Der Start ist mit „Clear Eye Clouded Mind“ und „Waiting for Something“ druckvoll. Die Band präsentiert sich gut gelaunt und angenehm unprätentiös. Sänger Caws scherzt hier und da mit dem Publikum, Schlagzeuger Elliot scheint sichtlich Gefallen an einer Geräusche fabrizierenden Spielzeugpistole gefunden zu haben, während Bassmann Lorca eine Zigarette nach der anderen qualmt. Im ersten Teil des Songs „When I was young“ funktioniert der Stoiker sein Instrument, Hals nach unten, kurzerhand zur Oberkörperstütze um, und greift erst im windmühlrockigen zweiten Part wieder ein. Caws animiert die Besucher bei „Inside of Love“ zum Schunkeln im Takt. Zu einem der wohl schönsten Lieder, die jemals zum Thema Scheitern am Liebesgefühl geschrieben worden sind, biegen sich nun die Körper hin und her. Gottlob: Auch diese etwas skurrile Aktion kann dem fünfminütigen Traum von einem Song nichts von seinem Zauber nehmen. Nach einer Stunde vierzig gibt es drei Zugaben: „See this bones“, „Always love“ und – als Mitgröhl-Rausschmeißer – „Blankest Years“.
Dann geht es für die Band zum Fotosmachen und Signieren an den Merchandisingstand – und zum Quatschen mit den Fans, zum Beispiel über einen gelungenen Konzertabend.
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