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30 Bilder, Stimmen und Geschichten

Marco Justus Schöler hat für „Faces Behind The Voices“ 30 Synchronschauspieler porträtiert. Foto: André Pause

Marco Justus Schölers Ausstellung „Faces Behind The Voices“ ist im Hauptbahnhof zu sehen.

Von André Pause, 12.08.2016.

Braunschweig. Synchronsprecher oder auch Synchronschauspieler sind in den allermeisten Fällen Menschen, die der breiten Öffentlichkeit allein durch ihre Stimme bekannt sind. Dieser relativen Anonymität macht Marco Justus Schöler mit seiner durch acht Bahnhöfe tourenden, multimedialen Ausstellung „Faces Behind The Voices“ nun in 30 Fällen ein Ende. Bis zum 21. August sind seine großformatigen Porträts im Verbund mit Audioaufnahmen des sprechenden Personals in der Halle des Braunschweiger Hauptbahnhofs zu sehen.

Auf die Idee zur Schau kam Schöler, der aus dem Mannheimer Raum stammt und mit dem 2010 gemachten Abitur in der Tasche nach Berlin gegangen ist, – natürlich – im Kino: „Ich habe gemeinsam mit meiner Freundin ‚Shutter Island‘ geschaut. Am Ende gibt es einen längeren Monolog von Leonardo DiCaprio, und ich dachte mir: interessante Stimme.“ Daraufhin begann er, aufwendig zum Thema zu recherchieren: wer spricht eigentlich was?

An die Namen der Synchron-Profis komme man durch eine Kartei im Internet zwar noch relativ schnell und unkompliziert, allerdings hätten, so Schöler, nur etwa zehn Prozent der Akteure eine Homepage, was die Kontaktaufnahme doch reichlich erschwert habe. Schließlich machte der Fotograf Adressen von 80 Sprechern ausfindig, schrieb sie an, stellte sein Konzept vor. Nur vier Adressaten schrieben zunächst zurück, diese Vier allerdings hatten sofort starkes Interesse – und rührten branchenintern fleißig die Werbetrommel, so dass die Sache alsbald zum Selbstläufer wurde. „Man kennt sich untereinander. Im Grunde regieren 100 Leute diesen Markt. Außerdem wohnen alle porträtierten Synchronschauspieler entweder in Berlin oder in München“, schmunzelt Schöler. „In München werden viele Cartoons synchronisiert, in Berlin die meisten Hollywood-Blockbuster.“

Ziel des Projekts war es nun, die Sprecher so in den Mittelpunkt zu rücken, wie es sonst mit bekannten Schauspielern gemacht wird. Die Porträtierten schauen allesamt entspannt und neutral in die Kamera. Kein Lachen irritiert, und auch die schlicht schwarze Kleidung der Personen sowie der wiederkehrende, dezent moosgrüne Bildhintergrund lenken die Blicke der Betrachter konsequent auf die 30 Gesichter, die Schöler gleichberechtigt nebeneinander präsentiert. Unter jedem Porträtfoto befinden sich jeweils ein Tablet und ein Kopfhörer. Audioaufnahmen in Form von Filmzitaten und persönlichen Geschichten führen den Besucher Schritt für Schritt zur Auflösung, welche Stars hier synchronisiert werden. Der Eintritt ist frei.
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