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Zwischen Esel und Eiffelturm

Die "handmade"-Messe begann am Sonnabend mit einem Besucherrekord - Heute gehts weiter.

Von Marion Korth, 03.03.2013.


Braunschweig. Das gab es in zwölf Jahren noch nie: Zwei Stunden nach Eröffnung musste die „handmade“-Ausstellung wegen des Andrangs gestern kurzzeitig ihre Türen schließen. Mehr als 4000 Besucher drängten sich da schon in der Stadthalle. Der Stoff, aus dem die Träume sind, ist bunt und so detailreich, dass einem schwindlig davon werden kann, dazu gibt es Garn, Mode, Kunsthandwerk und lauter andere schöne Dinge. Keine Frage: Selbermachen ist ein Megatrend.

„Hier noch zwei, drei Luftmaschen rein, dann geht das vorwärts.“ Verkehrte Welt: Männer sind bei der „handmade“-Ausstellung eindeutig in der Minderzahl, aber hier erklärt Andreas Faulhaber zwei Frauen, wie das mit dem neuen, netzartigen Schalhäkelgarn funktioniert. Vorher habe er einen Pulli für seine Frau gestrickt, dann kurz für die Arbeit am Eintracht-Rekordschal unterbrochen, um nun schon wieder am nächsten Pullover zu arbeiten, erzählt er.
Stricken, sticken, häkeln, patchworken, nähen, dekorieren, modellieren, designen – Handgemachtes steht offenbar hoch im Kurs. Mehr als 170 Aussteller präsentieren in der Stadthalle auch heute noch von 10 bis 17 Uhr eine riesige Vielfalt an notwendigem Zubehör. Feine Spitze aus Frankreich oder originelle Stoffe aus England, Knöpfe in Lila mit weißen Punkten oder in Weiß mit lila Streifen, Bert aus der Sesamstraße als Aufbügelflicken oder ein kleiner Drachen als Stickbild – es gibt hier offenbar nichts, was es nicht gibt.
Wer nicht selbst ans eigene Werk gehen möchte, kauft eben fertig und darf sicher sein, dass es nichts Alltägliches ist.
Zwischen viel Verspieltem wirkt der Stand der Start-up-Unternehmer und TU-Studenten Dean Ciric, Chris Töppe und Maximilian Neitmann eher klinisch-kühl. „Wir fühlen uns hier wohl, es geht schließlich um Do-it-yourself und diese Bewegung hat eben einen eher kreativen und auch einen technischen Teil“, sagt Dean Ciric. Hinter ihm arbeitet unermüdlich ein 3D-Drucker. Unikate und Kleinserien lassen sich auf Knopfdruck ausdrucken. 20 Stunden dauerte es, bis der 30 Zentimeter hohe Eiffelturm aus biologisch abbaubarem Kunststoff hergestellt war. „In ein paar Jahren wird man ganze Häuser drucken“, sagt Ciric. Die Entwicklung gehe ganz klar dorthin. Die neue Drucktechnik bieten die drei Studenten mit ihrer Firma fabmaker als Dienstleistung an. „Vorhin war eine Frau hier, die möchte eine Ausstechform haben, um Fankekse in Löwenform backen zu können“, sagt Neitmann. Übrigens: Am heutigen Sonntag wird ab 14 Uhr ein Vortrag über das Thema 3D-Druck angeboten.
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