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Zentrale Klinik für den Notfall

Augenärzte haben seit 1. Juli Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten neu organisiert

Von Sebastian Walther

Braunschweig. Seit gestern (1. Juli) gibt es in der Region eine zentrale Anlaufstelle für die augenärztliche Notfallversorgung außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen, an Sonn- und Feiertagen.

Grund ist der Ärztemangel, vor allem in den Randgebieten. Dies sei „das zwangsläufige Ende einer absehbaren Entwicklung“, betonen die Initiatoren. Es fehlt deutschlandweit an Mediziner-Nachwuchs. „Ausufernde Restriktionen des Gesetzgebers, zunehmender Bürokratismus und die langjährige Budgetierung der Ausgaben im Gesundheitswesen haben die Niederlassungsbereitschaft drastisch sinken lassen“, warnte auch Dr. Thorsten Kleinschmidt.
Gemeinsam mit Kollegen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen hatte der Hausarzt zu einer Pressekonferenz geladen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) hat bei einem Pressetermin die Neustrukturierung der Notfallversorgung in Stadt und Umgebung präsentiert. Bisher wechselten sich die 64 Augenärzte in ihrer Gebietsregion ab und kamen dabei jährlich auf durchschnittlich 23 Bereitschaftsstunden in der eigenen Praxis, in Peine oder Helmstedt waren es jedoch deutlich mehr.
Seit gestern (1. Juli) sind hierfür sechs bis acht Stunden ausreichend, denn in den Räumen der Augenklinik Dr. Hoffmann in der Wolfenbütteler Straße 82 ist die nunmehr einzige Notfallpraxis für die Einwohner der Region Braunschweig und Umland eingerichtet worden. Nach der Zentralisierung könne man schwerwiegenden Fällen effektiver und schneller Hilfe zukommen lassen, betonten die Mediziner.
Mit einer solchen Lösung dem steigenden Ärzteschwund entgegen zu treten, sei im Bereich der Allgemeinmedizin seit längerem üblich. Die Vertreter KVN erwarten ähnliche Entwicklungen aber auch auf anderen Gebieten. In Gifhorn führte die verzweifelte Suche nach einem Praxisbetreiber zum in Niedersachsen ersten Fall, bei dem eine zweijährige Umsatzgarantie zugesichert wurde, um den Standort und damit die ärztliche Versorgung zu erhalten.
„Dies ist ein generelles Problem“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Volker Steitz. „60 bis 80 Prozent der Medizinstudenten sind weiblich. Hier sei der Wunsch nach geregeltem Arbeitstag und Familiengründung ausgeprägt.
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