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Werkstatt für Wissensdurstige

Braunschweigs erstes FabLab – Selbermachen ist angesagt, nicht nur für Technikfans.

Von Marion Korth, 31.03.2013.

Braunschweig. Jeder, der einen Pullover strickt, gehört dazu, jeder, der an seinem Auto schraubt, jeder, der in einen Baumarkt geht: Die „Do-it-yourself-Community“ ist groß und bunt. Jetzt sollen die „Selbermacher“ ein Versuchs-labor bekommen – Braunschweigs erstes „FabLab“.

Aus einer studentischen Initiative heraus hat sich der Verein im November gegründet, die Eintragung läuft. „FabLab“ steht für fabrication laboratory, aber auch fabulous laboratory würde Sinn machen, denn fabelhaft ist die Idee schon irgendwie. „Mein Opa und meine Oma hatten noch eine richtige Werkstatt, aber hier in der Stadt fehlt einem der Platz dafür oder aber das Geld für die Maschinen“, sagt Dean Ciric. Das FabLab soll beides bieten und noch mehr: „Es ist ein demokratischer Raum, in dem Geräte stehen, in dem man sich gegenseitig hilft, austauscht, voneinander lernt.“ Je nach Stadt und Standort ist die Ausrichtung der neuen offenen Werkstätten unterschiedlich, eher künstlerisch-kreativ oder eher technologisch wie in Braunschweig. Als erstes Vereinsprojekt soll gemeinschaftlich eine CNC-Fräse gebaut werden. Ein Vereinsmitglied, ein Modellflugzeugbauer, gibt das Geld dafür, die anderen ihren Erfindungsgeist und ihr Wissen. Am Ende sollen alle profitieren: Der Modellbauer nimmt seine Fräse mit nach Hause, die anderen die Kenntnisse und Fähigkeiten, um weitere Fräsen zu bauen. „Das Wissen bleibt im Verein, wird genau dokumentiert“, sagt Ciric.
Im zweiten Schritt wird das FabLab um ein Repair Café ergänzt. Während im einen neue Dinge entstehen, wird sich im anderen um alte gekümmert. Das Prinzip des Sich-gegenseitig-Helfens ist dasselbe. Nicht jeder kann mit einer CNC-Fräse oder einem 3-D-Drucker etwas anfangen, aber einen kaputten Toaster oder sonstiges defektes Gerät hat eigentlich jeder. „Weg von der Wegwerfgesellschaft“, beschreibt Ciric den Reparatur-Gedanken dahinter.
Noch ist die Werkstatt eine Idee. „Wir stecken voller Tatendrang, aber haben keinen Raum dafür“, bedauert Ciric. Gesucht werden weitere Vereinsmitglieder (15 sind es derzeit) sowie ein Werkstattraum. „Vielleicht hat jemand einen freien Keller und findet die Idee gut“, hoffen die Studenten. Bei 20 Euro Monatsbeitrag für Arbeitnehmer, 10 für Studenten und weniger für alle, die kein Geld haben, sind keine großen Mietzahlungen drin. Aber vielleicht läuft es ja so gut wie in Köln: Da fanden sich für das FabLab eigene Räume, und dann bekamen die Tüftler sogar eine komplette Werkstatteinrichtung inklusive Maschinen geschenkt …
Der Vereinsstammtisch, zu dem jeder willkommen ist, findet derzeit noch im Dialog, Rebenring 48, statt, das nächste Mal am Mittwoch (3. April) ab 19 Uhr, ansonsten alle zwei Wochen mittwochs. Wer den Verein unterstützen möchte, kann sich an Vorstandsmitglied Chris Töppe (0177/963 77 41) wenden. Weitere Informationen ansonsten auch im Internet unter der Adresse www.fablab-bs.de.
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