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Wahrsager, Heiler und Hexen: Ausflug in eine düstere Zeit

Neue Erlebnisführung mit Thomas Ostwald: „Teufels Buhlschaft – Henkers Hetzbruder“.

Von André Pause, 15.05.2011

Braunschweig. „Ich möchte nicht den Ärmel nehmen, hast du nochmal kurz ein Taschentuch?“, fragt Silke Graf vor dem Probelauf zur neuen Erlebnisführung „Teufels Buhlschaft – Henkers Hetzbruder“ ihren Kollegen Thomas Ostwald.
Im Rahmen ihrer Rolle der Tempel-Anneke hätte sie wohl nicht im Traum daran gedacht, gerade den Stadtbüttel danach zu fragen. Selbigen spielt Ostwald nämlich, und er macht der Frau das Leben schwer.

Wir befinden uns im Braunschweig des Jahres 1660. Tempel-Anneke, bürgerlich Anna Roleffes, geht mit Gästen durch die Stadt und erzählt von ihren Erlebnissen. Sie schlägt sich mit allerlei Dingen durchs Leben, betreibt einen kleinen, nicht sehr rentablen Gasthof und verkauft auch Kräuter gegen allerlei Gebrechen. Um als Witwe ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können war sie darüber hinaus als Heilerin und Wahrsagerin tätig. Vor allem im Aufspüren von Dieben und Diebesgut war sie recht erfolgreich, was sie schließlich verdächtig machte, eine Zauberin zu sein und mit dem Teufel im Bunde zu stehen.
Dem Stadtbüttel ist Tempel-Anneke ein Dorn im Auge. Kaum sieht er sie in der Stadt, verfolgt und beschimpft er sie als Hexe und Buhlerin. „Auf den Stoff bin ich schon vor rund 30 Jahren gekommen. Ein Lehrer hatte die kompletten Verhörakten im Stadtarchiv abgeschrieben und wollte sie gerne verlegt haben. Das war aber in diesem Umfang absolut nicht machbar“, sagt Ostwald. „Trotzdem bin ich seitdem fasziniert vom Thema.“
Die Geschichte sei auch deshalb besonders dramatisch, weil Anna Roleffes eine durchaus intelligente Frau gewesen sei. „Sie hat Bücher geschrieben und ist drei Jahre zur Schule gegangen – im 17. Jahrhundert halt nicht unbedingt die Norm“, sagt Ostwald.
Im Rahmen einer neuen Erlebnisführung erläutert die Anneke Besuchergruppen bekannte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten, vermittelt einen Blick in die düstere Zeit der Stadt, in der es genügte, unliebsame Menschen zu denunzieren, um sie nach qualvoller Folter als Hexe zu verbrennen. Ausgangspunkt der Tour ist jeweils die Jakob-Kemenate. Es geht entlang der Route Eiermarkt, Petersilienstraße, Güldenstraße, Beginekenworth, An der Michaeliskirche und Echternstraße.
Folgende Termine für diese Erlebnistour stehen bereits fest: 7. Juni, 5. Juli, 2. August und 6. September. Geplant ist auch der 4. Oktober. Für Gruppen ab zehn Personen können zudem Wunschtermine berücksichtigt werden. Buchbar ist die Führung telefonisch bei Thomas Ostwald unter 35 29 60 oder über die Touristinfo unter 470-20 40. Weitere Informationen unter www.tatort-braunschweig.de.
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