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TU-Day: Einfach genial

Die „grüne Suppe“ wird bald klar: Zusätzlich zu den Bakterien werden hier Algen zur Klärwasserreinigung eingesetzt. Das spart Energie, weil sie zusätzlich Sauerstoff produzieren. Foto: Wittwer
 
Felix Heintzen und seine geniale Ball-Maschine. Foto: Wittwer

Technische Universität zeigte, welche Beiträge sie für die Stadt von morgen leisten kann.

Von Marion Korth, 29.06.2014.

Braunschweig. 15 Uhr nachmittags, dunkle Wolken, aber das Wetter hält, der angekündigte Gewitterguss bleibt aus. Dies und spannendes Programm machten den TU-Day, das Wissenschaftsfest der Technischen Universität, gestern wieder zu einem Selbstläufer.

Rund 15 000 Menschen waren neugierig, stellten Fragen, experimentierten selbst. Die Kinder-Rallye verband mehrere Stationen zu einem Wissensparcours. Am Stand der Grünen Schule ging’s zum Beispiel um Erstaunliches aus der Pflanzenwelt. Fleischfressende Pflanzen können nicht nur ihre Falle blitzschnell zuschnappen lassen, sondern auch unterscheiden, ob sie gerade fette Beute gemacht haben oder nicht. „Kleinvieh lassen sie wieder frei“, erläuterte Katharina Moll.
Die Ingenieure von morgen traten beim Mac-Gyver-Ideenwettbewerb gegeneinander an. Ein Autoschwamm, ein paar Plastikrohre, ein winziger Elektromotor und ein Seilzug reichten Felix Heintzen (14) aus Wolfenbüttel, um mit viel Erfindungsgeist eine Ball-Maschine“ zu bauen. Er bekam den ersten Preis in der Kategorie „Die genial komplexeste Maschine“.
Wie wird das Braunschweig der Zukunft aussehen? Leiser, kühler, gesünder, energiesparender, umweltfreundlicher? Ja, von allem etwas. Einen Blick in die Zukunft ermöglichte gestern der TU-Day, darunter viele Familien mit Kindern, besuchten.
Dass ausgerechnet „Opa“ eine moderne Erfindung ist, erstaunt zunächst, aber die Rezeptur für den „Flüster“- beziehungsweise offenporigen Asphalt wurde am Institut für Straßenwesen ausgetüftelt. In den großen Poren „verschwindet“ der Schall, läuft sich tot. „Wir wurden gefragt, warum dieser Asphalt nicht überall in der Stadt verbaut wird“, sagen Jens Grönniger und Ivan Isailovic. Aber der lärmmindernde Effekt funktioniert erst ab Tempo 50. „Vorher übertönt das Motoren- das Rollgeräusch.“ Leiser wird es trotzdem in den Straßen, zum Beispiel durch mehr E-Mobilität.
Pflanzen helfen mit, die Luft von Feinstaub zu befreien und kühlen sie in heißen Sommern um bis zu zwei Grad herunter. Die Geoökologen Rolf Nieder und Angelika Bluhm machten den Kühlungseffekt mittels Wärmebildkamera sichtbar. Moosteppiche auf Dächern wirken als Schwamm bei Starkregen und verdunsten an einem heißen Tag sieben Liter Wasser je Quadratmeter. Die entstehende Verdunstungskälte sorgt für angenehme Kühle. „Die Dach- und Fassadenbegrünung hat einen deutlichen Effekt auf das Stadtklima“, betonte Nieder.
Bei der Klärung von Abwasser helfen ebenfalls „grüne Verbündete“, Energie zu sparen und später sogar zu gewinnen. Sie liefern den klärschlammfressenden Bakterien zusätzlichen Sauerstoff, der nicht von außen zugeführt werden braucht (Energieersparnis). Ist der Klärprozess abgeschlossen, bringen die Algen im Anschluss zusätzliche Masse für die Biogasgewinnung. Alleskönner sind die Algen aber nicht: Die Reinigungsleistung des Algen-Bakteriengemischs ist nicht ganz so hoch, als wären allein Bakterien am Werk. Das Ganze ist noch im Versuchsstadium.
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