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Tigerin Nina genießt den Schnee

Der Stöckheimer Zoo ist an den Feiertagen geöffnet – Auch im Winter sind viele Tiere zu sehen. V

on Annette Heinze, 26.12.2010

Braunschweig. Das Kassenhäuschen ist verwaist, das Zoo-Gelände tief verschneit, ein Baum am Eingang weihnachtlich geschmückt. Nur vereinzelt sind Besucher unterwegs. Dabei lassen sich auch jetzt bei kalten Temperaturen viele Tiere sehen.

Einige aus purer Neugierde, wie die beiden putzigen vietnamesischen Otter, die prompt um die Ecke ihres Häuschens lugen. „Man muss Glück haben und ein bisschen Zeit mitbringen“, sagt Tierärztin Annika Krengel. Sie vertritt Dr. Anja Blankenburg, die sich in Elternzeit befindet.
Das Kamel Ariane hat sich ein dickes Winterfell zugelegt und schreitet durch den Schnee, von einem der Stachelschweine umwieselt. Ariane ist derzeit ohne Partner: „Der Zoo sucht dingend ein neues Kamel“, sagt Krengel.
Auch die putzigen Waschbären und die Stinktiere lassen es sich nicht nehmen, an die kalte Luft zu gehen. Um dann wieder in den Stall zu wechseln. Einige Tiere im Zoo fühlen sich bei den jetzigen Minustemperaturen sogar ausgesprochen wohl. Wie die sibirische Tigerdame Nina, die sich im Schnee wälzt. Oder die Esel Harry und Derrick, Nachwuchs aus diesem Jahr. Sie spielen auf der schneebedeckten Wiese.
Nachts kommen alle Tiere in ihre Ställe. Der Zoo-Alltag sei im Winter ruhiger, sagt die Tierärztin, „aber es kann jeden Tag etwas passieren.“ Derzeit kümmert sie sich besonders um ein Gepardenweibchen, das an den Nieren erkrankt ist. Die eleganten Wildkatzen sind in Namibia heimisch, kennen zwar Temperaturen bis minus 15 Grad, aber keinen Schnee: „Sie gehen im Winter ganz anders – staksig und vorsichtig“, sagt Krengel, „wegen der Rutschgefahr.“
Eine der wichtigsten Aufgaben der Tierpfleger ist jetzt, die zufrierenden Wasserbehälter frei zu halten. Auch die Elektrozäune müssen im Winter ständig überprüft werden. Kurz nach 14 Uhr gibt es täglich eine Futterrunde. Höhere Kosten verursachen jetzt die Heizungen in den Häusern der Exoten und das Frischfutter.
Es gibt allerdings auch Zootiere, die im Winter nicht umsorgt werden müssen. Dick verschneit und unberührt liegt das Freigehege der Murmeltiere da. Die Tiere haben Futter „gebunkert“ und schlafen den Winter über im Bau unter der Erde.
Etwa 70 000 Besucher verzeichnet der Braunschweiger Zoo pro Jahr, sagt Annika Krengel. Dieses Jahr sei nicht so gut gelaufen. Als Gründe nennt sie die Hitze im Sommer, viele verregnete Tage und die Babypause im Tigergehege. Nina hatte in zwei aufeinander folgenden Jahren einmal drei und einmal vier Junge. Dieses Jahr bekam die Tigerin Hormone implantiert, damit sie sich erholt. „Wir wollen den Nachwuchs gut und sicher unterbringen“, nennt Krengel einen weiteren Grund. Ob es 2011 Nachwuchs gibt, ist offen.
Bei den Ottern ist die Tierärztin aber hoffnungsvoll. Das Männchen kam 2010 neu aus Holland: Die Tiere hätten sich auf Anhieb verstanden, berichtet sie und schmunzelt.

Service: Der Zoo in Stöckheim beherbergt rund 300 Tiere. Er ist im Winter, auch am heutigen zweiten Weihnachtstag, täglich von 10 bis zum Anbruch der Dämmerung geöffnet, Silvester bis 14 Uhr. Das Café bietet am Wochenende Kaffee und Kuchen an. Kinder von zwei bis 16 Jahren zahlen vier Euro Eintritt, Erwachsene sechs Euro. Jahreskarten kosten 40 bzw. 60 Euro.
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