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Städte trotzen Wirtschaftskrise

Zuwächse im Übernachtungs- und Tagestourismus, Einbrüche bei Geschäftsreisen

Von Martina Jurk, 13.12.2009

Braunschweig. Die deutschen Städte halten auf touristischem Gebiet der Wirtschaftskrise bisher gut stand. Gravierende Einbrüche im Geschäftsreisetourismus konnten die Städte nach eigenen Angaben durch Zuwächse im Übernachtungs- und Tagestourismus in den ersten neun Monaten diesen Jahres abbremsen.

Weiterhin in die Attraktivität der Städte zu investieren, sieht Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), deshalb als Aufgabe der kommenden Jahre an. Der DTV veranstaltete in der vergangenen Woche sein Städte- und Kulturforum in Braunschweig.
Dabei stellte er die Ergebnisse einer Blitzumfrage unter 39 kleineren, mittelgroßen und Großstädten vor. „Die deutschen Städte sind und bleiben Publikumsmagnete“, bilanzierte DTV-Vizepräsident Peter Siemering. Die Angebotsstruktur sei ausschlaggebend für Zugewinne oder Rückgänge bei den Übernachtungszahlen.
Dem kann Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH, nur zustimmen. „Braunschweig ist als Einkaufsstadt wunderschön verpackt“, meinte er. Einen Zuwachs von 23 Prozent bei den Übernachtungen von 2004 bis 2008, Zuwächse beim Tagestourismus und den Stadtführungen seien neben anderen Maßnahmen auch einer Investition von drei Millionen Euro in die Renovierung der Hotels sowie der positiven Vermarktung Braunschweigs als Stadt der Wissenschaft und ganz aktuell des Kaiserjahres zu danken.
Allerdings, so Leppa, würden mit 80 Prozent des Gesamttourismus die Geschäftsreisen zu Buche schlagen. Und die seien auch in Braunschweig – wie in 25 der 39 vom DTV befragten Städte – eingebrochen. „Firmen sparen in Krisenzeiten, machen statt Dienstreisen lieber Videokonferenzen“, meinte DTV-Vorstandsmitglied Dieter Hütte.
Gerold Leppa ist aber überzeugt, dass durch große Unternehmen wie Volkswagen und Siemens die Zahlen im Geschäftsreiseverkehr wieder steigen, und dass sich der gute Ruf Braunschweigs als Wissenschaftsstandort ebenfalls positiv auswirkt. Mehr als 20 Tagungen und Kongresse sind für 2010 geplant.
Was den Städtetourismus insgesamt betrifft, rechnet Leppa mit einer stabilen Entwicklung von plus oder minus fünf Prozent. „Das sind normale Schwankungen.“
Im nächsten Jahr will Braunschweig mit dem Lichtparcours sowie attraktiven Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt Besucher anlocken. „Wie es danach weitergeht, ist abhängig von der Haushaltslage“, meinte der Stadtmarketing-Geschäftsführer.
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