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Sportlegenden auf Ringhöhe

Auf ihrer Europatour bespaßten die Harlem Globetrotters am Freitagabend die Volkswagenhalle.

Von Christoph Matthies, 24.03.2013.

Braunschweig. Sie sind einfach unschlagbar: Mit 134:125 (88:88) bezwang die legendäre Showtruppe der Harlem Globetrotters am Freitag das Team der Global Select. Dabei hatten die Basketball-Clowns aus den USA ihren Gegner und das Publikum in der zu einem knappen Drittel gefüllten VW-Halle fest im Griff.

Dribblings, Dunkings und jede Menge dummes Zeug: Die US-Basketballer boten auch 86 Jahre nach ihrer Gründung eine einmalige Mischung aus Sport und Entertainment.
Zwar spielen die besten Korbjäger der Welt längst nicht mehr bei den Globetrotters, sondern unterschreiben hoch dotierte Verträge in der NBA. Die „Botschafter des Basketballs“ haben deshalb allerdings wenig von ihrem Charme verloren. Mit ihrer witzigen Show treffen sie Jahr für Jahr den Nerv eines weltweiten Publikums – und haben trotz der Konkurrenz durch die Profiligen einige spektakuläre Tricks auf Lager.
Schrittfehler nicht geahndet, die 24-Sekunden-Uhr nicht im Blick und auch bei Fouls ohne klare Linie: Der Schiedsrichter der Globetrotters-Show erinnerte fast an einen seiner Kollegen aus der Basketball-Bundesliga. Der Mann hatte es allerdings auch nicht leicht. Mit Einschüchterungen wie einem frech herausgehauenen „Du bist hässlich!“ und allerlei Streichen machten die Spieler dem Referee das Leben schwer.
Abgesehen von der Schiedsrichterleistung erinnerte nur wenig an ein Spiel der Phantoms, die heute wieder in der VW-Halle auflaufen. Verteidigung? Totale Fehlanzeige. Am effektivsten war da noch der ameisenkleine „Ant“ Atkinson, der sich auf den Korb stellte und die Würfe des Gegners mit dem Fuß blockte. In Zeiten der Goaltending-Regel kommt diese „ultima ratio“ für Braunschweigs BBL-Profis allerdings kaum infrage.
Auch sonst waren die Basketball-Botschafter, über die es in den Siebzigern sogar Zeichentrickserien gab, für allerlei Mätzchen zu haben. Wasserschlachten, gemopste Handtaschen, entkleidete Gegenspieler und Undercover-Einsätze mit Perücken und Ballettröckchen, dazu neue Regeln wie der Vierpunktewurf und jede Menge Interaktion mit dem Publikum: Wer braucht schon den Harlem Shake, wenn es auch die gute alte „YMCA“-Choreo tut?
Als abwechslungsreiche Nebendarsteller taten sich auch Maskottchen „Globie“, sein aufblasbarer Bruder „Big G“ und vor allem der kleine Fabian hervor. Der Junge aus dem Publikum verhalf den strauchelnden Globetrotters mit zwei Punkten auf die Siegerstraße und machte auch beim „Gangnam Style“ eine gute Figur. Der Lohn: ganz viel Applaus und ein Trikot seiner Helden.
Versöhnlich gaben sich die Ballartisten in der zweiten Halbzeit sogar in Richtung des Schiedsrichters. Als der erneut überforderte Unparteiische eine undurchsichtige Situation nicht bewerten konnte, spulten die Beteiligten den Spielzug auf dem Feld einfach noch einmal zurück und wiederholten ihn in Zeitlupe. Eine der stärksten Szenen in einer amüsanten Show, in der eindeutig die Clownerien und weniger die basketballerischen Highlights im Vordergrund standen.
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