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Sausüß: Rosalie ist der Familienliebling

Wildschweinferkel wurde verlassen in Querum gefunden und wird nun in Hötzum von Familie Reitmann aufgepäppelt

Von Marion Korth


Hötzum. Ein Schwein bringt Glück, aber manchmal braucht es selbst welches. Wildschweinfrischling Rosalie verdankt ihr Leben einer Kette glücklicher Umstände und wird von Familie Reitmann in Hötzum (Landkreis Wolfenbüttel) aufgepäppelt.

Radfahrer fanden das Schweinchen mehr tot als lebendig an der Bahnlinie gleich neben der Forststraße in Querum und informierten die Polizei. Jetzt war der Fachmann gefragt. Hennig Brandes, Vorsitzender der Jägerschaft Braunschweig und in diesem Bereich zuständiger Jagdpächter, nahm den Frischling in seine Obhut. „Und dann habe ich herumtelefoniert, um jemanden zu finden, der das Wildschwein aufnimmt.“ Schließlich der entscheidende Tipp: „Wenden Sie sich doch mal an den Ulrich Reitmann, der hat schon einmal ein Wildschwein aufgezogen.“
Nach Frischling Mathilde macht nun also Rosalie den Garten der Reitmanns unsicher. „Wenn wir nicht aufpassen, fängt sie an zu buddeln“, sagt Reitmann. Aber eigentlich ist er froh, dass das Schwein so putzmunter ist. 1500 Gramm hatte sie gewogen, als sie vor zwei Monaten von Hennig Brandes gebracht worden war. „Jetzt wiegt sie 3750 Gramm“, sagt Rosalies Ziehvater. Bis es soweit war, haben er und der Rest der Familie keine Kosten und Mühen gescheut: Die erste Nacht schlief Rosalie mit Josefine (13) im Bett, weil sie völlig unterkühlt war. Danach gab’s Säuglingsnahrung aus der Spritze. Rosalie bekam Durchfall, ihr Leben stand erneut auf dem Spiel. „Dann habe ich es mit Heilnahrung für Säuglinge versucht, das hat geklappt“, sagt Reitmann. Für keines seiner eigenen vier Kinder musste er früher nachts aufstehen – fürs Schweinchen schon. Füttern alle zwei Stunden. Mittlerweile kann Rosalie aus dem Napf fressen: Eingeweichtes Brot, Kartoffeln, Ferkelstarter, Möhren und Äpfel.
Rosalie folgt Ulrich Reitmann auf Schritt und Tritt. „Mit ihr gehe ich im Wald spazieren, und in der Stadt war ich auch schon, da haben die Leute vielleicht geguckt“, erzählt er. Die Kinder Mona, Josefine, Luise und Till haben in dem kleinen Wildschwein einen prima Kumpel und Spielkameraden gefunden. Rosalie tobt mit den Hunden der Familie herum, spielt sogar Fußball und verstecken. „Wenn wir uns hinter den Büschen verstecken, sucht sie uns. Und sie verrät jedes Versteck, weil sie so laut grunzt“, erzählt Mona. Gerade frisst Rosalie den Marienkäfer von einem kleinen Windrad ab und beginnt, unter dem Apfelbaum ein Loch zu buddeln.
Den Reitmanns stehen schwere Tage bevor: Abschied von Rosalie. „Ein Freund nimmt sie zu sich auf den Bauernhof“, sagt Reitmann. Tochter Mona überlegt derweil, ob sie sich nicht ein Minischwein zulegen sollte…
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