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Römer rollen durch die Stadt

Tram-Wagen wirbt für Landesausstellung – Mit Legionär Thorus Meruleus unterwegs.

Von Martina Jurk, 30.06.2013.

Braunschweig. Thorus Meruleus, Legionär des römischen Heeres, das am Harzhorn die Germanen besiegte, katapultierte sich in die heutige Zeit und fuhr sogar mit der Straßenbahn durch die Innenstadt – Werbung für die am 1. September beginnende Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug“.

Passanten beobachteten am vergangenen Donnerstag, wie die Bahn der Verkehrs AG, die mit Silhouetten kämpfender Römer auf die Funde vom Schlachtfeld am Harzhorn aufmerksam macht, auf die Schienen gebracht wurde. Einige hielten das auch gleich mit ihrer Kamera fest. Wartende staunten an den Haltestellen nicht schlecht, als Thorus Meruleus im Kettenhemd mit Speeren und Lanze im vorbeifahrenden Triebwagen herumhantierte. Während der Premierenfahrt plauderten der Legionär und Heike Pöppelmann, Direktorin des Braunschweigischen Landesmuseums, darüber, wie die Römer ausgerüstet waren und wie es sich im 10 000 Mann starken römischen Heer im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt lebte.
Von Mainz aus seien sie zum Harz gestartet, erzählt Thorus. Kaiser Severus Alexander war ermordet worden. Thorus dient jetzt unter Kaiser Maximinus Thrax. „Er war beliebt bei den Truppen“, erzählt der Legionär. „Es gab Boni, die Verpflegung war gut. Wer 25 Jahre lang gedient hatte, bekam ein Stück Land, auf dem er sich mit seiner Familie niederlassen konnte.“ Ein Teil des Solds sei für die Ausrüstung und die Sterbekasse einbehalten worden. Er habe Frau und zwei Kinder zu Hause, die auf seine Rückkehr warteten.
Mitgebracht aus seiner Zeit hat Thorus Meruleus Waffen. „Ich wusste ja nicht, was mich hier erwartet.“ Gebraucht hat er Panzer, Kettenhemd, Kurzspeere, Pilum, Lanze und Katapultbolzen im Hier und Heute natürlich nicht. Sie machten aber neugierig auf die Fundstücke vom Harzhorn, die in der Landesausstellung zu sehen sein werden. Angesichts der Kampfausrüstung und Waffen, die sich in die Schilde des Gegners bohrten und Kettenhemden aufsprengten, zeigte sich Heike Pöppelmann beeindruckt und sprach von „römischer Hightech“. Das Heer sei eine multinationale Truppe mit orientalischen Bogenschützen und persischen Panzerreitern gewesen. Befehlssprache sei Latein gewesen. Auf dem Feldzug habe es kühlendes Essigwasser zu trinken gegeben.
Im wahren Leben heißt Thorus Meruleus Thorsten Schwarz und ist Grabungstechniker beim Landesamt für Denkmalpflege. „Wir haben am Harzhorn Teile von Kettenhemden gefunden, deren Glieder sogar noch beweglich sind“, berichtet Schwarz.
Die Besucher der Landesausstellung können ebenfalls in die Rolle eines Legionärs schlüpfen und eine nachgebildete Rüstung anziehen.
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