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Region 38 soll gemeinsam im Netz fischen

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Wie geht es weiter? Vizepräsident Olaf Jaeschke (links) und Mark Alexander Kracke, Assessor jur., präsentieren anhand von Umfrageergebnissen die Themen, die dem Handel auf den Nägeln brennen. Thomas Ammerpohl

Einzelhandelsverband Harz-Heide stellt beim Jahresgespräch Pläne für einen gemeinsamen regionalen Auftritt im Netz vor.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 20.12.2014.

Braunschweig. „Die Festtage liegen dieses Jahr günstig“, sagen Olaf Jaeschke und Mark Alexander Kracke beim Jahresgespräch für den Einzelhandelsverband Harz-Heide (HDE). Das lässt die beiden für ihre mehr als 900 Mitglieder hoffen. Bis jetzt sei das Weihnachtsgeschäft noch „ausbaufähig“. Und für das nächste Jahr brauchen die Händler ein Polster, denn „für die Zukunft stehen große Aufgaben an.“

„Heiligabend fällt dieses Jahr auf einen Mittwoch. Deshalb gehen wir in von einer großen Zahl an Last-Minute-Shoppern aus“, erklärt Vizepräsident Olaf Jaeschke. Bundesweit rechnet der Einzelhandel mit einem Umsatz im Weihnachtsgeschäft von voraussichtlich 85,5 Milliarden Euro. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von 1,2 Prozent. Allein der Online-Handel wird dabei demnach zehn Milliarden Euro umsetzen, das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr.
Multi-Channel
Damit ist Jaeschke beim ersten großen Thema, das ihm und seinen Mitstreitern für die Zukunft des stationären Handels besonders am Herzen liegt. Er verweist auf die Antworten der jährlichen Umfrage des HDE (siehe auch Grafiken unten), zu der die Braunschweiger Organisation wie jedes Jahr noch einmal bei ihren Händlern vor Ort nachfragt.
Thema Nummer eins ist zum ersten Mal der Onlinehandel. „Viele stationäre Händler fühlen sich bedroht“, erklärt Jaeschke. Und fügt hinzu: „Wir sagen unseren Mitgliedern eindringlich: bleibt da dran, ihr dürft dieses Thema nicht vernachlässigen, wenn ihr hier nicht mitspielt, wird es eine Abkopplung geben.“
Ganz konkret wird der HDE Harz-Heide schon im kommenden Jahr eine Plattform anbieten, mit der Händler sich professionell auch im Internet aufstellen können. „Viele schaffen das nicht allein“, erklärt Jaeschke, „zeitlich nicht, und viele sind auch technisch gar nicht in der Lage, einen Onlineauftritt attraktiv zu gestalten.“
„Multi-Channel“ ist das Stichwort, es sei ganz wichtig, dass Braunschweiger Adressen im Netz angezeigt werden, wenn ein Kunde beispielsweise nach einer bestimmten Marke googelt. Mindestens mit einer Minimum-Präsenz, der Spezialität des Hauses und zwei oder drei Kernprodukten.
„Wir setzen uns diesen Hut jetzt auf“, betonten Jaeschke und Mark Alexander Kracke. Es handele sich um ein eigens programmiertes System, um auch kleinere Händler abzuholen und ihnen zu helfen, Netzwerke anzubieten. „Es wird viel mehr als nur eine Plattform sein“, erklärt Jaeschke das Projekt, „Dialog- und Kommentarfunktionen seien geplant, spielerisch und emotional soll die Plattform die Menschen ansprechen.
Zwei Jahre würden die Vorbereitungen laufen, jetzt sei der Auftritt in greifbare Nähe gerückt. „Er ist gedacht für die gesamte Region 38“, erklärt Jaeschke und könne auch noch weiter ausstrahlen. Denn es sei auch ökologisch völlig unsinnig, wenn Dinge aus Süddeutschland mit Lastwagen hierher transportiert würden, die in der Region vorhanden seien. „65 Prozent aller Lkw-Fahrten sind Rücktransporte von Bestellungen“, sagt Jaeschke, „das ist doch Irrsinn.“
Im Januar erwarten die Akteure ein Gutachten, schon jetzt würden die Kontakte in Berlin genutzt, um zu klären, ob und wie viele Fördergelder aus Brüssel zu erwarten seien.
Gesamttraffic erhöhen
Auch der zunehmende Attraktivitätsverlust der Innenstädte, der von den Mitgliedern ebenfalls in der Umfrage beklagt wurde, stehe im direkten Zusammenhang mit dem Onlinehandel. „Wir können die Welt nicht zurückdrehen“, erklärte Mark Alexander Kracke, „deshalb müssen wir beim Onlinehandel selber mitspielen.“ Und dazu müssten möglichst alle Händler der Region dabei sein. „Wir müssen den Gesamttraffic erhöhen und so unser Gebiet stabilisieren.“ Laut Umfrage erwarten rund drei Viertel der Händler, die bereits auch online aktiv sind, für das kommende Jahr eine Umsatzsteigerung.
„Das macht doch Mut“, sagt
Jaeschke, „wir müssen das Netz als Herausforderung annehmen und als Chance für uns nutzen.“
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