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Radfahrer im Visier

Aus Richtung Burg und Ringerbrunnen gilt ein Durchfahrverbot zwischen 9 und 20 Uhr.
 
Freie Fahrt für Fahrradfahrer Richtung Kohlmarkt und Ziegenmarkt.

CDU hält Polizei-Fahrradstaffel für sinnvoll.

Von Marion Korth, 15.06.2014.

Braunschweig. „Zu wenig Personal“ – die Braunschweiger Polizei winkt ab, wenn es darum geht, eine eigene Fahrradstaffel einzurichten. Genau das wünscht sich CDU-Ratsherr Kurt Schrader im Sinne der Sicherheit.

Er greift damit eine Anregung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) auf, der eine solche Fahrradstaffel der Polizei nach dem Beispiel Münsters gern auf Braunschweigs Straßen sehen würde. „Präventiv wäre das optimal“, meint auch Schrader. Weil an der Personalsituation der Polizei nicht zu rütteln ist, hat die CDU-Ratsfraktion sich an die Verwaltung gewandt. Das Ziel: den Zentralen Ordnungsdienst der Stadt stärker in die Kontrolle des Radverkehrs einzubinden. Auch das wird wohl nicht funktionieren, vom Tisch ist das Thema damit aber noch längst nicht.
In der Statistik für 2012 steht, dass bei 7800 Polizeikontrollen 2300 Radler aufgefallen sind, die sich nicht an die Vorschriften gehalten haben. Ein Argument für häufigere Kontrollen. Wie CDU-Ratsherr Kurt Schrader mittlerweile weiß, sind den Mitarbeitern des Zentralen Ordnungsdienstes der Stadt rechtlich die Hände gebunden. Radfahrer im fließenden Verkehr anzuhalten und zu kontrollieren, – das darf nur die Polizei. Nur in Fußgängerzonen, in denen das Radfahren verboten ist, können die städtischen Mitarbeiter zur Gefahrenabwehr Radfahrer, die sich ordnungswidrig verhalten, ansprechen und auch eine Anzeige erstatten, wenn diese uneinsichtig sind. Eine Fahrradkontrollgruppe beim ZOD einzurichten, wie die CDU es angedacht hat, macht deshalb keinen Sinn. Gemeinsam mit der Polizei ist aber geplant, in den nächsten Wochen Fußstreifen mit Polizeibeamten des Kommissariats Mitte zu bilden, um Radfahrer, die sich nicht um Schilder und Passanten scheren, in die Schranken zu weisen.
Solche Aktionen, wie auch demnächst wieder Großkontrollen, sind gut, „aber die Wirkung ist schon am nächsten Tag verpufft“. Schrader schlägt deshalb vor, die Bereitschaftspolizei im Sommer für regelmäßige Fahrradstreifenfahrten einzusetzen. „Das muss natürlich über Hannover gehen, aber machbar ist das schon“, sagt Schrader, der früher selbst bei der Bereitschaftspolizei war. Dort seien fertig ausgebildete, junge und top fitte Kollegen, die eine solche Aufgabe bestimmt sogar gern übernehmen würden.
Solche Bereiche wie am Heidbergsee, wo im Sommer gern fröhliche Feste gefeiert werden, es aber auch Probleme mit hinterlassenem Müll, zu lauter Musik, zu viel Alkohol und gar gelegentlich Schlägereien gebe, ließen sich mit Fahrradstreifen auch besser im Auge behalten.
Mehr und regelmäßig kontrollieren, das ist das eine, mehr Klarheit zu schaffen, das andere.
Über den Schilderwald in Braunschweigs Innenstadt kann Schrader nur den Kopf schütteln. Ein klarer Fall für die Radwegekommission, in der alle Fachleute, auch die Polizei, vertreten sind. „Wir müssen entscheiden, was wir wollen und dann eine einheitliche Regelung und Beschilderung schaffen“, sagt er. Bei einem Rundgang hat er festgestellt, dass Radfahrer auf dem Weg zum Kohlmarkt von der Poststraße und der Friedrich-Wilhelm-Straße freie Fahrt haben. Wenn sie aus Richtung Damm oder Dom kommen, dürfen sie nur zwischen 20 und 9 Uhr mit dem Rad fahren, müssten ansonsten schieben. „Und von der Schuhstraße aus gilt ein komplettes Verbot“, sagt Schrader. Wer sich da durchfinden, geschweige denn, das kontrollieren will, weiß er nicht. „Da redet sich doch jeder gleich raus.“ Für das nächste Treffen der Radwegekommission, die jedes halbe Jahr tagt, will er das Thema einheitliche Regelung im Innenstadtbereich auf die Tagesordnung bringen.
Schrader persönlich ist übrigens beides: begeisterter Auto- und Radfahrer. „Es geht nicht darum, die Radfahrer, von denen sich die meisten sowieso an die Regeln halten, mit einem ’Du, du du‘ zu belehren. Fußgänger und Radfahrer sollen einfach nicht gefährdet werden durch die, die sich nicht an die Regeln halten.“ Den Bohlweg hat er als Beispiel im Kopf, wo es regelmäßig zu gefährlichem Begegnungsverkehr kommt. „Da müssen wir etwas tun“, sagt Schrader und verspricht: „Wir bleiben da dran und haken nach.“
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1 Kommentar
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Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 15.06.2014 | 12:00  
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