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Patienten sind im Feldversuch

Hausarzt Schneider-Rathert verweigert die Schweinegrippe-Impfung in seiner Praxis

Von Jens Radulovic, 09.12.2009

Braunschweig. „Nachdem jeder sich eingelesen hatte, haben wir sofort einstimmig entschieden, Pandemrix nicht zu verimpfen“, sagt Dr. Wolfgang Schneider-Rathert. In seiner Praxis in Querum liegen für Impfwillige Zettel mit der Bitte aus, für die Schweinegrippe-Impfung in eine andere Praxis zu gehen.

Die Bürger stehen seit einigen Wochen vor der Frage: Lasse ich mich gegen die Schweinegrippe impfen oder nicht? Die Ärzte auf der anderen Seite müssen sich entscheiden: „Impfe ich meine Patienten oder nicht?“ Der Hausarzt Schneider-Rathert hat sich diese Frage mit „Nein“ beantwortet.
„Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Definition der Grippekategorien geändert und den Passus, dass Menschen in nennenswerter Anzahl gestorben sein müssen, gestrichen. Nach alter Definition haben wir keine Pandemie“, sagt Schneider-Rathert.
Die Schweinegrippe sei außerdem nur die Variante eines längst bekannten Virenstammes, und dieser habe einen bekannt milden Krankheitsverlauf sowie eine niedrigere Sterblichkeitsrate als beispielsweise die saisonale Influenza. „Und für die Folgen der Schweinegrippe haben wir einen belastbaren ‚Feldversuch‘, schließlich war der Erreger in der südlichen Hemisphäre bereits unterwegs, als im Sommer dort Winter war“, erklärt der Allgemeinmediziner. Anders sieht es beim Impfstoff aus: „Pandemrix wurde für die Zulassung an gerade einmal 5000 Menschen getestet.“
Dass Pandemrix von Experten in den Medien immer wieder als sicher und so gut verträglich wie der saisonale Grippeimpfstoff dargestellt werde, obwohl der Beipackzettel die höhere Nebenwirkungsrate eindeutig ausweise, erinnert den 39-Jährigen an das „Selbstbaumöbel-Syndrom“: „Verzweifelter Aufbauversuch ohne Blick in die Bauanleitung.“
Impfungen, auch gegen die Schweinegrippe, lehnt er nicht generell ab. Sie müssten jedoch dem Stand der Wissenschaft entsprechen und, wie beispielsweise der in den USA verwendete Impfstoff, ohne Zusatzstoffe auskommen. Ein solches Medikament würde die akademische Lehrpraxis der Universitätsmedizin Göttingen, zu der Schneider-Rathert gehört, sofort aktiv unterstützen, betont der Arzt.
„Warum die Bundesregierung mit Pandemrix einen unverträglichen, unerprobten und zudem überteuerten Impfstoff geordert hat, wird sie der Bevölkerung noch erklären müssen“, glaubt er. Die Politik unterschätze, dass sich Patienten im Internet informierten. „Ich möchte nicht, dass Kinder wieder an Masern sterben, weil durch Impfkampagnen wie diese die Menschen impfmüde werden.“
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