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Neue Pläne für alte Bücherei

Grundstück an der Langen Straße: Zwei Konzepte und ein Casino stehen zur Diskussion

Von Marion Korth, 24.01.2010


Braunschweig. Die alte Öffentliche Bücherei steht leer. Kein schöner Anblick, keine Ecke mit Vorzeigecharakter. Aber das Grundstück direkt an der Langen Straße ist eigentlich eine Top-Adresse. Zwei Interessenten gibt es, die an der Stelle der Bücherei bauen möchten.

Der eine Entwurf ist schick, hat aber einen Haken, was die Gebäudenutzung angeht. Bei dem anderen stimmt die Nutzung, aber die Optik „ist nicht so überzeugend“. Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink stellte am Donnerstag die Pläne von Jochen Staake aus Braunschweig und der Bade Projektentwicklung GmbH aus Steinhude vor. „Für weitere Vorschläge sind wir, wenn sie schnell kommen, offen“, sagte er. An den Verkauf des 3750 Quadratmeter großen Grundstückes ist als Bedingung der Abriss des alten Büchereigebäudes geknüpft.
Das Staake-Konzept erfülle die hohen architektonischen Anforderungen, um eine städtebauliche Aufwertung an dieser Stelle zu erreichen. Wohnungen, Büros und ein Supermarkt (Edeka) sollen in dem Gebäude entstehen. Und ein Casino. Das ist der Knackpunkt. „Spielsucht ist eine Krankheit. Wir haben in der Stadt fast 1000 anerkannt Spielsüchtige und eine ungleich höhere Dunkelziffer“, sagte Sozialdezernent Ulrich Markurth. Das größte Suchtpotenzial hätten Automaten, nicht die Skatrunde mit Freunden oder die schicke Spielbank.
Für Markurth und Zwafelink stellt sich die Frage, um was für ein Casino es sich handelt, und wie es sich von dem, was am Bahnhof geplant ist, unterscheidet. „Wir wissen bislang nur, dass es nichts mit Smoking und Roulettetisch zu tun hat“, sagte Markurth. Betreiber soll die Spielbanken Niedersachsen GmbH werden, die landesweit bislang zehn konzessionierte Casinos und Spielbanken betreibt, unter anderem in Wolfsburg. Als nächstes wird ein Vertreter der Betreiberfirma die Stadt näher informieren. „Von Jochen Staake haben wir zwischenzeitlich die Einladung erhalten, uns ein Casino, wie es hier geplant ist, anzuschauen“, sagte Markurth. Anschauen sei erlaubt, spielen nicht, fügt er hinzu.
Die Bade Projektentwicklung sieht als Mieter einen Nahversorger, eventuell Lidl, vor, außerdem einige Einzelhandelsgeschäfte und ein Hotel. An das Gebäude soll zudem ein Parkhaus mit 250 Stellplätzen angefügt werden. Die Qualität der Gestaltung überzeugt Zwafelink bislang nicht, „aber der Entwurf ist entwicklungsfähig“.
Beide Grundstücksinteressenten seien aufgefordert worden, ihre Pläne kurzfristig nachzubessern. Zeitdruck gebe es nicht, aber ein Bauprojekt dieser Größe „wäre gerade in dieser Zeit ein positives Signal“, meinte der Stadtbaurat. Mit der Vorlage der beiden Entwürfe solle nun die öffentliche und politische Diskussion angestoßen werden.
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