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Neue Exponate in der Lichtplatte

Skelette der zwei Ichthyosaurier aus Hondelage sind nun im Naturhistorischen Museum zu sehen.

Von André Pause, 28.07.2013

Braunschweig. Christos Pantazis ist begeistert. Der Pressetermin im wieder geöffneten Naturhistorischen Museum macht dem Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft und Kultur im Niedersächsischen Landtag sichtlich Freude.

Das Museum – weiterhin im Umbau – zeigt seine neuesten Funde ab sofort in der Dauerausstellung: Gleich zwei Ichthyosaurier hatte ein Grabungsteam des Hauses im September 2011 in Hondelage vor den Toren Braunschweigs gefunden. Unmittelbar unter dem vollständigen Skelett eines Stenopterygius wurde das Teilskelett eines weiteren Sauriers geborgen, der zur Gattung Eurhinosaurus gehört. Ab sofort ist die mehrere Meter breite und hohe Fossilplatte dauerhaft in der Lichtwand im ersten Stock des Naturhistorischen Museums zu sehen.
Der Landtagsabgeordnete Pantazis möchte ob des Fundes gerne von „Weltsensation“ sprechen. Museumsdirektor Professor Ulrich Joger gelingt es, den SPD-Politiker auf „zumindest einmalig“ herunterzubremsen. Eine absolute Rarität stelle das Exponat dennoch dar. Nicht nur, weil die etwa 175 bis 180 Millionen Jahre alten Knochen dieser Tiere zumeist in Süddeutschland entdeckt würden. „Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei artfremde Ichthyosaurier unmittelbar übereinander eingebettet wurden, ist praktisch null“, bestätigt Dr. Ralf Kosma, Paläontologe am Naturhistorischen Museum und Grabungsleiter des Projektes. Absolute Gewissheit bezüglich des Eurhinosaurus soll sobald als möglich der Lütticher Geologe Valentin Fischer bringen. Der Experte hat zuletzt einen Fund in Cremlingen eingeordnet. Die Entdeckung der Meersaurier am Geopunkt Hondelage erfolgte eher zufällig. Nachdem der Förderkreis für Umwelt- und Naturschutz dem Museum die Grabungsgenehmigung erteilt hatte, rückte der Bagger an, konnte jedoch nach kurzer Zeit die Arbeit einstellen. „Die Skelette lagen etwa 80 Zentimeter etwas schräg unter der Geländekante“, erzählt Kosma, dessen Team eine Blockbergung gelang, bei der die Knochen im Fundzusammenhang bleiben konnten. Der etwa eine Tonne schwere Block wurde in Kunstharz eingebettet und in die paläontologische Werkstatt im Rebenpark überführt. Hier wurde die nun sichtbare Unterseite des Fundes mit feinen Werkzeugen präpariert.
„Die Animation zeigt, dass die Ichthyosaurier delfinähnliche Tiere gewesen sind. Sie besaßen auch eine torpedoartige Form und nutzten die Schwanzflosse für den Antrieb“, skizziert Museumsleiter Joger. Sogar der Mageninhalt des Stenopterygius ist in Form einer schwarzen erdigen Masse erhalten. Zusätzlich zu den Skeletten wurde in Hondelage eine Vielzahl weiterer Funde gemacht. Darunter sind ein Oberarmknochen, Zähne sowie etwa 20 weitere Wirbel von Ichthyosauriern, Schwanzwirbel eines Krokodils, fossile Baumstämme und Seelilien. Weitere Informationen unter www.naturhistorisches-museum.de im Internet .
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