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Modellprojekt des VfB Rot-Weiß: „Lebenschancen durch Sport“

Westliches Ringgebiet: Kinder und Jugendliche sollen eine Perspektive für die Zukunft erhalten

Von Martina Jurk

Braunschweig. Rund 13 000 Menschen wohnen im Süden des westlichen Ringgebietes. 46 Prozent von ihnen sind auf Sozialleistungen angewiesen. In diesem sozialen Brennpunkt engagiert sich der Sportverein VfB Rot-Weiß seit langem. Sport im Verein zu treiben, ist für viele Kinder und Jugendliche unerschwinglich. Mit dem bundesweit einmaligen Modellprojekt „Lebenschancen durch Sport“ will der VfB diesen Kindern und Jugendlichen zukünftig eine Perspektive bieten.

Soziales Verhalten zu erlernen, bessere Chancen in Schule und Ausbildung zu erhalten, sind nur einige Gründe, warum Sporttreiben im Verein so wichtig ist. Der ehemalige Eintracht-Profi Torsten Sümnich wird als ausgebildeter Sportpädagoge auf die spezifischen Probleme der Kinder und Jugendlichen eingehen.
Das Modellprojekt ist für vier Jahre angelegt im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“. „Da das westliche Ringgebiet das größte Soziale-Stadt-Gebiet in ganz Niedersachsen ist, entstand die Idee, Modellprojekte zu initiieren“, sagte Vereinsvorsitzender Udo Sommerfeld. Seit fünf Jahren sammelt der VfB Rot-Weiß Erfahrungen mit Sport-Patenschaften, durch die mehr Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, beitragsfrei Sport zu treiben. Dieses Modell ist nun ausgeweitet worden auf weitere Bestandteile wie die sportpädagogische Fortbildung und Beratung in Kindertagesstätten und Schulen.
Das Projekt, das insgesamt knapp 237 000 Euro kostet, ist vom Verein selbst entwickelt worden und wird finanziert zu je einem Drittel von Bund, Stadt und Verein. Als Kooperationspartner fungiert der Stadtsportbund Braunschweig, der sein Programm für sozial schwache Kinder mit dem Modellprojekt verknüpft. „Es ist bedauerlich, dass es sehr viele arme Kinder gibt, die sich einen Vereinsbeitrag nicht leisten können. Ein derartiges Projekt wie das des VfB wurde erstmalig in Braunschweig initiiert. Es ist umso wichtiger, da es um Kinder geht“, betonte Stadtsportbund-Präsident Franz Matthies.
Das Projekt soll im Einzelnen wie folgt umgesetzt werden. Erstens: Es werden Studientage aber auch mehrtägige Fortbildungsveranstaltungen für die pädagogischen Mitarbeiter in den Kindertagesstätten und Schulen angeboten, um sie für die Bewegungsbedürfnisse von Kindern zu sensibilisieren und auch ihre methodischen Kompetenzen zu erweitern. Das kann bei Bedarf bis zur Neuanschaffung von Sportgeräten oder zur Um- oder Neugestaltung von Räumen führen. „Wir schreiben die Kindereinrichtungen an, vereinbaren Termine, lernen die Lehrer kennen, schauen uns den Sportunterricht an, entwickeln für die einzelnen Einrichtungen spezielle Programme und wollen die Kinder auf das Vereinsgelände ziehen, damit sie sehen, was der VfB außer Fußball noch anbietet. Wir wollen den Schulsport unterstützen und Begleittipps geben“, beschreibt Torsten Sümnich, wie er konkret vorgehen will. Der Ex-Profifußballer hat 2006 seine aktive Laufbahn bei Eintracht Braunschweig beendet und arbeitet jetzt als selbstständiger Sportpädagoge auf Honorarbasis.
Zweitens will der VfB Rot-Weiß das Modell der Sport-Patenschaften fortführen und dazu in den nächsten Jahren Einzelmaßnahmen wie kostenloses Schnuppertraining, Turniere und Sportangebote in Einrichtungen des westlichen Ringgebietes durchführen.
Drittens: Um der Bewegungsarmut von Kindern entgegenzuwirken, wird eine „Bewegungs- und Fitnessstunde“ in der Kindergruppe des VfB organisiert.
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