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Mit Brot und Apfel gut durch den Tag

Freuen sich über fünf Jahre gesundes Frühstück (v.l.): Grundschulleiterin Susanne Rohn, Christian Sunder (Edeka), Torsten Voß (Nibelungen Wohnbau GmbH), Ulrich Stegemann (Staake Investment und Consulting GmbH & Co. KG), Dieter Heinrich (Wiederaufbau), Rainer Schubert (Sozialreferat der Stadt) und Beatrice Försterra (Koordination Kinderarmut des Sozialreferats). Fotos (2): T.A.

Fünf Jahre Projekt „gesundes Frühstück“ – 2015 geht es weiter – Viele Kinder kommen ohne Schulbrot zum Unterricht.

Von Marion Korth, 14.12.2014.

Braunschweig. Boxenstopp auf dem Weg von der Turn- in die Pausenhalle: Kleine Kinderhände greifen zu den Apfelspalten auf dem Tablett. Etwas zu trinken gibt es auch – gutes Harzwasser aus der Leitung. Das Projekt „Gesundes Schulfrühstück“ ist fünf geworden. Eine Erfolgsgeschichte, die im nächsten Jahr fortgeschrieben wird, wie die Sponsoren am Freitag versicherten.

Das Tablett mit den Apfelstücken ist das, was vom Frühstück übrig geblieben, beziehungsweise aufgespart worden ist. Zweimal in der Woche, am Dienstag und am Donnerstag, bekommt die Grundschule Am Schwarzen Berge von der Lebenshilfe ihre Lieferung: Vollkorn- oder Roggenmischbrot, jede Scheibe schon beschmiert mit Butter oder Frischkäse, dazu frisches Obst, meistens Äpfel. Etwa die Hälfte der städtischen Grundschulen (19) kommt in den Genuss des gesunden Frühstücks. Die Zahngesundheit sei ein Indikator, in welchem Stadtviertel der Bedarf am größten ist. „Die Fertigkeiten, um selbst Essen zuzubereiten und zu kochen, ist verloren gegangen“, sagt Rainer Schubert, im Sozialreferat zuständig für die Gesundheitsplanung. Viele Fertiggerichte, Limonaden, Süßigkeiten – eine gesunde Ernährung sieht anders aus, abzulesen ist das an der Zahl der maroden Zähne schon im Grundschulalter. „Viele Kinder kannten gar kein Vollkornbrot, die haben nur dieses weiche Toastbrot gegessen“, berichtet Schulleiterin Susanne Rohn. Manche Eltern würden selbst ein Schokocroissant für gesund halten. Andere Kinder wecken sich allein, niemand ist da, um ihnen ein Brot zu schmieren.
Mit dem gemeinsamen Frühstück für alle Kinder – keines soll stigmatisiert werden – werden neue Rituale und Gewohnheiten gefestigt. „Strukturen zu schaffen, bringt mehr als Aktionen“, betont Schubert. Deshalb ist die Stadt froh, dass der Unternehmer Jochen Staake von Anfang an so engagiert bei der Sache ist. Mehr als 100 000 Euro bringen seine Firma sowie weitere Unterstützer wie Edeka, Nibelungen und Wiederaufbau auf, um das Frühstück auch im nächsten Jahr zu finanzieren. „Wir kennen die Menschen und ihre Probleme, deshalb engagieren wir uns“, sagen Torsten Voß (Nibelungen) und Dieter Heinrich (Wiederaufbau). „Kein Kind sollte ohne Frühstück zur Schule kommen“, betont Ulrich Stegemann, Geschäftsführer der Staake Investment und Consulting GmbH & Co. KG. „Deshalb suchen wir auch noch nach weiteren Partnern, die das gesunde Frühstück unterstützten.“
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