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Missbrauch: Kontakt übers Internet

Heute 33 Jahre alter Mann soll Zwölfjährige in seine Wohnung gelockt und vergewaltigt haben

Von Marion Korth, 04.08.2010

Braunschweig. „Kennengelernt“ haben sie sich in einem Internet-Chat. Sie ist zwölf Jahre alt, er 32, gibt sich aber als 18-Jähriger aus. Am 31. August beginnt am Landgericht Braunschweig die Verhandlung gegen den heute 33 Jahre alten Mann. Vorgeworfen werden ihm Vergewaltigung und schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes.

Laut Anklage habe der Mann das zwölfjährige Mädchen unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt und vergewaltigt. Die Tat soll sich am 16. April diesen Jahres ereignet haben, der Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft, war noch am selben Abend von der Polizei festgenommen worden.
Den Kontakt zu dem Mädchen hatte er zuvor auf einer Internetplattform geknüpft. Einen Fall mit derart schwerwiegenden Folgen habe es in Braunschweig noch nicht gegeben, sagte Polizeipressesprecher Joachim Grande der nB. „Unserer Erfahrung nach bewegen sich aber viele Pädophile im Internet gerade in solchen Räumen, in denen sich Kinder und Jugendliche austauschen“, sagt er. Genau deshalb sei es so wichtig, dass Eltern ihre Kinder nicht allein im Internet surfen lassen, sondern sie an die Internetnutzung heranführen und ihnen auch Verhaltensregeln mit auf den Weg geben. Wegen anderer Delikte ist der 33-Jährige vorbestraft, stand zur Tatzeit noch unter Bewährung. Der Polizei gegenüber habe er zugegeben, den Kontakt zu der Zwölfjährigen im Internet hergestellt zu haben. Er streitet aber ab, sie vergewaltigt zu haben.
Nach dem Treffen in seiner Wohnung hat er das Mädchen nach Hause gebracht. Der Vater rief später die Polizei, die den Tatverdächtigen noch am selben Abend festnahm. Zunächst hat das Landgericht zwei Verhandlungstermine festgesetzt.
Ein Fall von schwerem sexuellen Missbrauch wäre bislang in Braunschweig einmalig, aber Eltern sollten ihre Kinder über mögliche Gefahren, die im Internet lauern, aufklären. „Kinder sollten sich auf jeden Fall einen Spitznamen zulegen und keine persönlichen Daten, wie ihre Wohnadresse, nennen oder Bilder von sich verschicken“, sagt Grande. Besondere Vorsicht sei geboten, wenn der Wunsch nach einem Treffen geäußert werde.
In einem ähnlichen Fall 2004 hatte eine Zehnjährige sich ihrer Mutter anvertraut, nachdem ein Mann in einem Internet-Briefwechsel versucht hatte, sie zu einem Treffen zu bewegen. Die Mutter habe sich an die Polizei gewandt. Statt des Mädchens sei diese zu dem zum Schein vereinbarten Termin gekommen. „Der Mann hat damals zugeben, sexuelle Interessen gehabt zu haben“, sagt Polizeipressesprecher Joachim Grande. Unter www.polizei-beratung.de finden Eltern und Kinder hilfreiche Tipps über den sicheren Umgang mit den neuen Medien. Dort kann auch die Broschüre „Klicks-Momente“ heruntergeladen werden.
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