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Mehr als tausend Konzerte – und immer noch „bühnenhungrig“

PUR eröffnete das Raffteich-Open-Air am Freitag fulminant, routiniert und rundum gelungen.

Von Daniel Beutler, 18.08.2013.

Braunschweig. „Viele 1000 Momente in die Zeit gerafft. Ich wünsch’ mir noch mehr davon, mehr noch“, singt PUR-Frontmann Hartmut Engler in ihrem Song „Ein graues Haar“. Und genau so trat die Combo am Freitag auf: Hungrig auf immer mehr, nimmermüde und voller Energie.

Die alten Männer können es noch. Was nicht groß wundert, weil sie scheinbar in ihren 30 Jahren seit der Gründung nie aufgehört haben. Jüngst im März dieses Jahres absolvierte die Band in Berlin ihren tausendsten Auftritt.
Das Training hält fit, von Bühnenmüdigkeit keine Spur. „Wir haben jetzt zwei Wochen Pause seit dem letzten Konzert gehabt“, verkündete Sänger Hartmut Engler und das reiche. „Wir sind so bühnenhungrig. Das Meeresrauschen war schön, aber gegen Applaus ist kein Kraut gewachsen“, rief er hinterher.
Die über 5000 Fans im nicht ganz vollen Raffteichbad freute es. Vor allem Englers Versprechen. „Wir sind seit 30 Jahren dabei und da gibt es einige Lieder, die danach schreien, gespielt zu werden. Da lassen wir uns nicht lumpen“, kündigte Engler nach den ersten beiden Liedern einen Parforceritt durch die PUR-Geschichte an. Und das wurde es,
allerdings blieben die Veteranen erst mal im Sattel.
Die erste halbe Stunde war für Pärchen. In der einsetzenden Dämmerung schunkelnd, schmusend, tanzend verfolgte das extrem bunt gemischte Publikum die ruhigen Töne. Dann wurden die Zügel angezogen und nach circa einer Stunde hatten sie die Braunschweiger im Griff. Zumindest jene, die nicht über eine halbe Stunde an einer Bierbude ausharren mussten.
Die „Funkelperlenaugen“, ihr erster großer Hit, Ende der 80er Jahre der Startschuss für die unvergleichbare Karriere, war der Eisbrecher. Danach wechselten sich kuscheligen Songs mit Feuerzeugen beziehungsweise Feuerzeug-Apps mit Party-Stimmung ab. „Indianer“, „Kein Krieg“ oder „Lena“ feuerten die Stimmung immer weiter an.
Das Besondere dabei: Diese unendliche Routine, die sie haben, banden sie ihren Fans nicht auf die Nase. Keine Spur von Abliefern-und-Weg-Mentalität. Engler als Stimme der Band, immer wieder mal in Redelaune, vermittelte singend und redend das Gefühl, wie viel Spaß es ihnen macht auf der Bühne zu stehen. Und das machte den PUR-Abend rundum gelungen.
Ach ja – „Abenteuerland“, ihren Hit schlechthin, haben sie natürlich auch gespielt.
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