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„Made in Germany“ statt China

Ein Unternehmen produziert noch selbst in Deutschland und will hier noch weiter wachsen

Von Marion Korth

Braunschweig. Nur noch wenige Stunden bis zum Jahreswechsel. Raketen und Böller sind seit Montag der Dauerbrenner in den Geschäften. Schätzungsweise rund 100 Millionen Euro geben die Deutschen in diesem Jahr fürs Silvesterfeuerwerk aus.

Der Countdown läuft – nur noch wenige Stunden bis zum Jahreswechsel. Aber für Markus Schwarzer, Pressesprecher des Feuerwerkherstellers Weco bei Bonn, ist Silvester beruflich gesehen längst Schnee von gestern: „Wir sind durch, wir sind schon mitten in der nächsten Saison.“

Der Mann kann sozusagen in die Zukunft schauen, könnte schon jetzt verraten, was zur Jahreswende 2009/2010 am Himmel glitzert und funkelt. „Das könnte ich“, sagt er und lacht, „aber das mache ich nicht.“ O.k., also immer der Reihe nach, jetzt erst einmal die Trends für diesen Silvesterabend und das dazugehörige Feuerwerk.
„Pink ist definitiv eine Trendfarbe, außerdem Lemon oder Aqua“, sagt Schwarzer. Außerdem sehr begehrt: Hellblau. Und diese Farben schießen gleich in ganzer Folge aus den heutigen Feuerwerksbatterien, die eine Vielzahl von Effekten bündeln. „Little Final“ heißt ein solcher Megakracher, der gleich sechs Batterien miteinander vereint, um sie nacheinander und mit großem Finale am Schluss zu zünden. „Da geht richtig was ab am Himmel“, verspricht Schwarzer.
Auch bei den Effekten wurde nachgelegt, da werden zum Beispiel große Seesterne an den Himmel gezaubert – Leuchtkugeln in der Mitte und Arme, die aus großer Höhe funkelnd zur Erde greifen. Oder Leuchtsalven, die über den Nachthimmel wischen. „Dauerbrenner“ aber sei der klassische Goldregen. Schwarzer: „Der ist besonders bei Frauen sehr beliebt.“ 25 Karat heißt passend zum Thema die „reine Goldregenbatterie“.
Weco sieht sich als leuchtendes Beispiel der Branche. „Wir sind der einzige Hersteller, der noch direkt in Deutschland fertigt“, betont Schwarzer. 450 Mitarbeiter in Eitorf bei Bonn, in Kiel und Dresden arbeiten für den leuchtenden Jahresschluss – Tendenz steigend. Es werde angestrebt, das Verhältnis von aktuell 35 Prozent Eigenfertigung zu 65 Prozent Importware, auf 50 zu 50 zu steigern. „Der Anspruch ’Made in Germany’ ist beim Kunden gut angekommen, wir haben im vergangenen Jahr kaum Warenrückläufe gehabt“, sagt Schwarzer.
Die schwierige Liefersituation in China in diesem Jahr bestätigt das Unternehmen in seinem Kurs. „Sechs Wochen vor Olympia sind wegen der Luftreinhaltung zahlreiche Firmen und auch Häfen für Gefahrguttransporte geschlossen worden“, erläutert der Pressesprecher. Sechs Wochen, die nachher gefehlt hätten.
Dazu die steigenden Preise. Die Frachtraten für einen rund 80 Kubikmeter fassenden Container hätten sich in drei Jahren von 3000 auf 11 500 Dollar verteuert. Plus steigende Lohnkosten auch in China, plus die allgemeine Rohstoffverteuerung. Schwarzer rechnet fürs nächste Silvesterfest mit steigenden Preisen.
Er und seine Kollegen sind in jedem Fall bestens versorgt. „Wir sitzen an der Quelle und unser Arbeitgeber beschenkt jeden Mitarbeiter mit einem Silvesterpaket“, sagt er. Aus Gründen der Firmenloyalität verbietet sich sowieso jede Verweigerung. „Silvester ohne Silvesterfeuerwerk, das ist für uns undenkbar“, sagt Schwarzer.
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