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Lieber schauen als kaufen

Von den Aktionen in der Stadt, wie hier dem Weihnachtsmarkt, profitieren auch die Händler. Für sie ist deshalb der enge Austausch mit dem Stadtmarketing wichtig. Foto: Thomas Ammerpohl

Innenstadtkaufleute mit Weihnachtsgeschäft noch nicht ganz zufrieden.

Von Birgit Leute, 20.12.2016.

Braunschweig. Dichtes Gedränge in den Fußgängerzonen, Stop and Go auf den Straßen – die Innenstadt platzt derzeit sprichwörtlich aus den Nähten. Bereits am Vormittag geht in den Parkhäusern oft nichts mehr. „Um die Mittagszeit und ab 16 Uhr sind wir voll belegt“, bestätigt Petra von Carolath von Park und Tank. Das Unternehmen betreibt die Tiefgarage Packhof und das Magni-Parkhaus. Kein Wunder, dass die Geschäftsführerin voll zufrieden ist. „Das Weihnachtsgeschäft läuft“, bestätigt sie.

Etwas vorsichtiger beurteilt Olaf Jaeschke, kommissarischer Vorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI), die Lage. Der Verein ist mit etwa
200 Mitgliedern ein wichtiges Sprachrohr der Innenstadtkaufleute. Ja, die Stadt sei voll, „aber die Leute schauen eher, als das sie kaufen“, sagt Jaeschke. Grund dafür ist für ihn die gefühlt lange Adventszeit in diesem Jahr. „Weihnachten erscheint tatsächlich noch lange hin, erst am vergangenen Wochenende wurde mir ‚ein schöner dritter Adventssonntag‘ gewünscht“, erzählt er.
Der Sprecher des AAI hofft jetzt noch auf diese Woche. „Noch liegen die Umsatzzahlen unter dem Vorjahresniveau. Das könnte sich im Laufe der Woche allerdings noch ändern“, so Jaeschke.

Von Baustellen bis Fahrradständer – es gab in diesem Jahr gleich mehrere Themen, die die Kaufleute umtrieben. Am störendsten wurden allerdings die rund 70 Straßensanierungen im Stadtgebiet empfunden – so viele wie noch nie. „Gott sei Dank, sind viele Baustellen vor Weihnachten fertig geworden, sodass vor allem die Kunden aus der Region nicht verprellt wurden“, sagt Olaf Jaeschke.

Positives Fazit

Insgesamt fällt sein Fazit zum Ausklang des Jahres dennoch positiv aus. „Der Austausch mit dem Stadtmarketing, dem Einzelhandelsverband und der Industrie- und Handelskammer ist sehr gut“, freut sich der AAI-Sprecher. Noch ausbaufähig sei der Kontakt zur Hotellerie und Gastronomie. „Wir müssen Synergien schaffen, um die Innenstadt so attraktiv wie möglich zu machen“, drängt Jaeschke insbesondere mit Blick auf den Internethandel. Dass derzeit gleich drei Einkaufspassagen im Umbruch stünden – der Welfenhof, der City Point und die Burgpassage – mache die Lage nicht einfacher. „Die westliche Innenstadt verändert sich gerade rasant“, konstatiert Jaeschke.

Sorge über Ausbaupläne

Auch 2017 reißen damit die Herausforderung nicht ab. „Die Modernisierung der Passagen ist gut, sie waren völlig überaltert“, gewinnt der AAI-Vorsitzende der Entwicklung immer noch etwas Positives ab. Weitaus größere Sorgen bereiten ihm die Pläne zum Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. „Sollte tatsächlich eine Stadtbahntrasse durch die Gördelingerstraße gelegt werden, wäre das eine Katastrophe für die dortigen Geschäftsleute“, ist Jaeschke überzeugt.
Der Um- und Ausbau werde vermutlich drei, wahrscheinlich sogar eher vier Jahre dauern. „Das überlebt kein Inhaber“, warnt er.
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