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Lieber eine Oma als einen Hund

Fünf Jahre Wunschgroßelternvermittlung im Mütterzentrum des Mehrgenerationenhauses

Von Alexandra Wolff, 15.12.2010

Braunschweig. Manche Kinder wünschen sich einen Hund, andere hätten lieber eine Oma oder einen Opa. Denn in Zeiten der Mobilität wohnen viele Großeltern in einer anderen Stadt als ihre Enkel, andere sind vielleicht sogar schon tot. Rita Dippel vom Mütterzentrum des Mehrgenerationenhauses kam so auf die Idee, eine Wunschgroßelternvermittlung in Braunschweig zu gründen. Fünf Jahre ist das jetzt her.

„Barbara ist für uns aber nicht die Oma, sondern einfach Barbara“, erzählt Karin O., die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Seit März besucht ihr fünfjähriger Sohn Louis Barbara Regelien. Einmal in der Woche ist er dann bei ihr, sie führen den Dackel Barney aus oder handwerken – Regelien ist Künstlerin. Jetzt, kurz vor Weihnachten, möchte Louis einen Weihnachtsmann aus Ytong bauen. Eine Vorlage gibt es schon, doch Louis hat noch eine eigene Idee: „Aus diesem Stück, dass ich hier gerade abgesägt habe, möchte ich einen Rucksack für den Weihnachtsmann bauen.“ Die 74-Jährige ist ganz angetan von seiner Kreativität: „Louis hat so viel Phantasie. Nächstes Mal möchte er eine Ritterburg bauen und Zahlen aus Draht biegen.“
Eine Eins hinge schon bei ihm zu Hause an der Wand, erzählt die Mutter. Traumfänger aus Draht und Federn, ein Berg aus Ton und ein paar Mobiles gehören ebenfalls zu seinen Werken. Barbara Regelien hat auch schon viel Erfahrung mit Kindern. Im Kindergarten St. Magni bastelte sie bereits mit den Jungen und Mädchen dort.
„Das passt alles so wunderbar zusammen“, erzählt Karin. „Louis ist sprachverzögert, und da ist diese handwerkliche Arbeit absolut gut für ihn. Feinmotorik und Sprache sind sehr eng miteinander verknüpft.“ Der großen Anhängerin von Mehrgenerationenhäusern war es auch wichtig, dass ihr Sohn in Kontakt mit älteren Menschen bekommt, die sich intensiv mit Louis beschäftigen. „Barbara ist sehr viel mehr als ein Babysitter“, erzählt Karin und bezeichnet sie als Bereicherung. Ein Lob, das Regelien an die beiden zurückgeben kann.
„Ich wusste als Mutter selbst nicht, wohin mit meinen Kindern“, begründet Regelien, warum sie sich im Mütterzentrum des Mehrgenerationenhauses gemeldet hat. „Und mit Louis mache ich ja auch nicht nur Sachen, die ihm Spaß machen. Mir machen sie ja auch viel Freude.“
Wer Lust hat, Kinder zu betreuen und auch seine im Leben erworbenen Fähigkeiten weitergeben möchte, kann sich im Mütterzentrum des Mehrgenerationenhauses vermitteln lassen. Einmal in der Woche sollte man mindestens Zeit haben für gemeinsame Unternehmungen. Auch Eltern, die sich einen älteren Menschen als Bezugsperson für ihr Kind vor Ort wünschen, können sich bei Rita Dippel montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter der Nummer 89 54 50 melden.
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