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Knigge-Kurs für Hund und Halter

Da war die Kamera für einen Moment doch interessanter als Frauchen. Fotos (4): Erik Beyen
 
Ziemlich gut: Die Hunde bleiben am Boden, obwohl gleich nebenan ein „Rivale“ liegt und die Halter sich entfernt haben.

Verein für Deutsche Schäferhunde bietet Übungsstunden für Hunde aller Rassen und Halter.

 Von Erik Beyen, 22.08.2017.
 

Helmstedt. Yvonne und Mathias Schneider aus Wolsdorf bricht es fast das Herz. Zum ersten Mal ignorieren sie ihren Hund Bo, eine sieben Monate alte Deutsche Dogge, ganz bewusst. Sie tun das auf Geheiß von Trainer Uwe Schindler. Der ist kommissarischer Ausbilder bei der Ortsgruppe Helmstedt des Vereins Deutsche Schäferhunde e.V., kurz SV genannt. Dort unterrichtet er Hunde und, viel wichtiger, ihre Menschen. Die sind es nämlich, sagt er, die zunächst einmal die Hundesprache lernen müssten. Denn einen Vierbeiner zu vermenschlichen sei alles, aber ganz sicher nicht artgerecht.

Ziel einer Ausbildung ist, so steht es auf einem Informationsblatt, im Hund einen wohlsozialisierten und umweltverträglichen Partner an der Seite zu haben. Am Samstagabend holte sich unsere Zeitung auf Einladung der Vorsitzenden der Ortsgruppe, Monika Alex, einen ersten Eindruck von der Trainings- und Ausbildungsarbeit auf dem Vereinsgelände am Elzweg in Helmstedt. Es war eher ein flüchtiger Blick auf eine vielschichtige Materie, denn Hund ist noch lange nicht Hund. Ganz abgesehen von den Besonderheiten der zweibeinigen Partner. Der sieben Monate alte Bo macht an diesem Abend seine ersten eigenen Erfahrungen. Mit der Leine an einem Pfahl festgebunden, lernt er seinen Aktionsradius kennen und erfährt das Gefühl der „Vereinsamung“. Nicht wirklich, aber im Zuge der Ausbildung eine wichtige Lektion. Er kann nämlich machen was er will, niemand befreit ihn aus seiner misslichen Lage.

Irgendwann im Laufe der nächsten 90 Minuten etwa wird er sogar lernen, dass eine Leine unter Spannung unangenehm ist, und nur er für Entspannung sorgen kann. Derweil kümmert sich der Trainer um die übrigen Hunde und ihre an diesem Abend ausschließlich weiblichen Besitzer. Nur eine hat tatsächlich einen Schäferhund.

„Hier sind alle Hunderassen willkommen“, sagt Vereinschefin Monika Alex. Sie selber hat einen Deutschen Kurzhaar, ein schwarzes Energiebündel, und ein kleines freundliches, quirliges Wesen auf vier Beinen. Trainer Uwe Schindler hat mit Stangen ein großes Quadrat abgesteckt. Jetzt geht es um Fußläufigkeit. Die Halterinnen sollen die Aufmerksamkeit ihrer Tiere gewinnen und sie so „bei Fuß“ halten, Basis für die weiteren Übungen. Dem Menschen gilt nun die ganze Aufmerksamkeit des Hundes, solange dieser für sich einen Vorteil sieht, nämlich Leckerbissen, Spiel und Spaß. Das ist das Grundprinzip der Ausbildung: positive Bestärkung. Schindler nutzt dafür Instinkt, Wesen und den Lern- wie auch Tatendrang des Hundes – ganz nach dessen Möglichkeiten.

An diesem Samstagabend stehen noch einige Einheiten auf dem Programm: Gelassenheit, Joggerübung, das Wissen um die Aura des Hundes, die Dominanz des Hundehalters, Abbau von Ängsten und so weiter. Uwe Schindler nennt das die klassische Konditionierung des Hundes nach dem Augsburger Modell. Man könnte auch vom Lernprozess für Mensch und Hund sprechen, wobei es der Mensch ist, der das Verhalten des Hundes prägt. Die Übungsstunden finden samstags ab 15 und 17 Uhr statt.

Mehr über Übungsstunden, das Angebot des Vereins, Wesenstests und Prüfungen für Hunde mit ihren Haltern gibt es im Internet: www.sv-og-helmstedt.page4.com.
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