Anzeige

Klinikum erwirtschaftet Millionen-Überschuss

4,7 Millionen Euro für Krankenversorgung – Düstere Prognose für 2009

Von Martina Jurk

Braunschweig. Das Klinikum Braunschweig erwirtschaftete 2007 einen Jahresüberschuss von 4,7 Millionen Euro. Doch trotz dieses positiven Abschlusses „müssen wir düster in die Zukunft blicken“, sagt Pflegedirektor Ulrich Heller.

Das Klinikum rechnet damit, das Jahr 2008 noch ausgeglichen abzuschließen, erwartet aber bereits für 2009 eine Deckungslücke von zehn Millionen Euro. 2009 werde also ein Schlüsseljahr – wenn der politische Protest gegen die Budgetdeckelung keine Wirkung zeigen sollte, stellt Ulrich Heller klar.
Wie der Vorjahresüberschuss bei den sich weiter verschärfenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelingen konnte, erläutert Geschäftsführer Helmut Schüttig: „Die Erlöse konnten wir durch deutliche Leistungssteigerungen und durch angemessene Steuerungsmaßnahmen erwirtschaften.“ Konkret zeige sich die Leistungssteigerung in der Zunahme der Behandlung schwerer Erkrankungen sowie der Patientenzahlen bedingt durch die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft, sagt der Ärztliche Direktor Professor Dr. Horst Peter Kierdorf. 2007 wurden 55 090 Menschen stationär behandelt, 1191 mehr als 2006 – die höchste Patientenzahl, die je im Klinikum behandelt wurde. „Durch die Zunahme der Leistungsdichte sind die Mitarbeiter an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangt. Das Ergebnis 2007 ist nicht uneingeschränkt fortsetzbar“, so Kierdorf.
Das Klinikum hat erstmals seit Jahren das Personal um elf Vollkräfte (Ärzte und Pflegedienst) aufgestockt. Das reiche aber noch nicht, meint Ulrich Heller. Mit rund 140 Millionen Euro ist der Personalaufwand der größte Aufwandsposten des Klinikums. Problematisch werde die Umsetzung des Tarifabschlusses 2009, der einen Personalkostenanstieg von mehr als 4,7 Prozent (zirka 6,8 Millionen Euro) bedeute, macht Helmut Schüttig deutlich. „Wir wollen durchatmen. Es muss mehr Geld in die Krankenhäuser gegeben werden“, fordert der Geschäftsführer. Der zweite Faktor, wie es zu den Erlösen 2007 kam, ist die Optimierung der Abläufe, die in diesem Maße ebenfalls nicht ständig wiederholbar sei. Die Abstimmung zwischen Ärzten und Pflegekräften wurde optimiert. Durch eine zentrale Planung wurde Personal gebündelt. Eine gute organisatorische Planung machte es möglich, die Endoskopie nur noch an zwei statt an vier Standorten durchzuführen. Ein zentrales Belegungsmanagement für fünf Kliniken hilft Synergien zu erschließen. Die Augenambulanz wurde effizienter und effektiver organisiert. Und auch die Patientenversorgung ist verbessert, durch ein Armband ihre Sicherheit erhöht worden. Essenswünsche werden elektronisch erfasst. Menüassistenten entlasten das Pflegepersonal.
Als dritter Faktor tragen die vier Tochtergesellschaften des Klinikums mit einem Umsatz von rund zehn Millionen Euro und einem Jahresergebnis von insgesamt rund 200 000 Euro zum Konzernabschluss bei.
„Die Überschüsse werden komplett in die Krankenversorgung investiert, in medizinische Geräte, in bauliche und organisatorische Maßnahmen, in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Personal“, sagt Sozialdezernent Ulrich Markurth, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums. So werden für die Ersatzbeschaffung eines Kernspintomographen 650 000 Euro und für einen Linksherzkathetermessplatz 500 000 Euro zur Verfügung gestellt. Vom Überschuss werden außerdem rund 3,2 Millionen Euro als Rücklage für die Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzeptes mit den Baumaßnahmen Salzdahlumer und Celler Straße verwendet.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.