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Gebot der Menschenwürde

Neuer Vorstoß, um Ärzten zu ermöglichen, Sterbehilfe zu leisten.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 19.10.2014.

Braunschweig. „Wir halten es für ein Gebot der Menschenwürde, leidenden Menschen an ihrem Lebensende zu helfen“, sagt Carola Reimann. Die SPD-Bundestagsabgeordnete aus Braunschweig gehört zu den Unterzeichnern eines Positionspapieres, über das im November eine „Orientierungsdebatte“ beginnen soll.

Parteiübergreifend wollen die Abgeordneten vor allem mehr Rechtssicherheit für Ärzte. „Die berufsrechtliche Position der Mediziner ist von den einzelnen Ärztekammern der Länder unterschiedlich geregelt, das ist nicht akzeptierbar“, sagt Reimann. Grundsätzlich ist Selbsttötung – und auch die Hilfe dazu – straffrei. Das soll jetzt auch für Mediziner festgeschrieben werden. „Denn sterbenskranke Menschen haben meist eine sehr enge Verbindung zu ihrem Arzt, mit ihm müssen sie vertrauensvoll und individuell reden können“, sagt Reimann, „auch über ihren Tod.“
Studien würden zeigen, dass in den Staaten und Ländern, in denen der Arzt die rechtliche Möglichkeit hat, Hilfe zur Selbsttötung zu geben, kaum ein Anstieg an Selbsttötungen zu verzeichnen ist. „Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass so eine Regelung Suiziden vorbeugt“, sagt Reimann. Denn sehr häufig reiche die Gewissheit, dass es im Notfall Hilfe gibt. Das nehme die Angst vor der Ungewissheit und verhindere auch, dass sich sterbenskranke Menschen an Sterbehilfevereine wenden müssten.
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1 Kommentar
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Rosemarie R. aus Braunschweig - Innenstadt | 19.10.2014 | 12:04  
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