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Fleischwerbung in der Kritik

Tierrechtler demonstrieren vor Auftritt des Comedians Atze Schröder

Von André Pause, 11.03.2015.

Braunschweig. Knapp 20 Leute sind es, die mit Infoschildern, Transparenten, Flyern und Megafonen vor der Volkswagenhalle stehen und die Besucher der Veranstaltung von Comedian Atze Schröder über dessen fragwürdige Werbung für die Geflügelfleischmarke Wiesenhof informieren.

Die meisten Besucher nehmen die Demonstranten gar nicht zur Kenntnis. „Die Leute sind natürlich hier, weil sie einen lustigen Abend verbringen möchten. Trotzdem werden die Flyer angenommen“, berichtet einer der Braunschweiger Tierrechtler, Karl Casper. Ein älteres Ehepaar beispielsweise hält an und fragt nach: „Was macht der Atze Schröder denn?“ Casper erzählt: von dessen Werbeaktivitäten, der Brutalität industrialisierter Tierhaltung und den desaströsen Zuständen für die Arbeiter in den Schlachtbetrieben. „Das finde ich jetzt aber nicht so gut“, sagt der Mann in Richtung Begleiterin.
Dass der Comedy-Star für das Produkt der immer wieder negativ in den Schlagzeilen stehenden PHW-Gruppe Lohmann wirbt, wüssten viele nicht, meint Caspers Mitstreiter Philipp W., der von einer Veganerin berichtet, die sich enttäuscht über die Umstände geäußert habe.
Während Wiesenhof nun die auf drei Jahre angelegte Kooperation mit Schröder auf seiner Internetseite feiert („Atze Schröder grillt den Bruzzzler“), bitten die Tierrechtler die Besucher den Comedian zur Beendigung selbiger aufzufordern.
Einige der Demonstranten sind extra angereist, wie Dieter Alves aus Großenkneten im Landkreis Oldenburg. Der 60-Jährige ist in ein Hühnerkostüm geschlüpft: „Wir wollen heute Abend darauf aufmerksam machen, dass Atze bei der profitgierigen Fleischvermarktung mitmacht, und sich damit gegen die Schwachen wendet, gegen die, die ausgebeutet werden, weil sie nur Werksverträge haben und keine Werbeverträge. Und gegen die Tiere, die die Qualen nur unter Antibiotika ertragen.“ Seit vier Jahren ist Alves aktiv, auch weil die Massentierhaltung einen ganzen Rattenschwanz an Folgen habe, wie Wasserverschmutzung oder Übertragung von MRSA-Keime durch tierische Lebensmittel, gegen die man etwas tun müsse. Er lächelt: „Lieber sterbe ich auf der Straße für den Tierschutz, als zu Hause auf dem Sessel.“
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3 Kommentare
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Anna Harffer aus Braunschweig - Nordstadt | 12.03.2015 | 13:22  
6
Antje Gerdes aus Dettum | 13.03.2015 | 18:50  
8
Anna Harffer aus Braunschweig - Nordstadt | 05.04.2015 | 23:44  
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