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Erste-Hilfe, Vorfahrt achten und im Slalom über den Radparcours

Fahrradfahren für Fortgeschrittene: zwischen den Stangen hindurch und dabei noch die Plastikbecher mitnehmen. Einigen der jungen Männer fehlt die Übung, andere meisterten den Parcours mit Bravour. Eigene Räder haben sie noch nicht. Foto: Korth

Azubis der Öffentlichen haben Verkehrssicherheitstag für junge Flüchtlinge organisiert.

Von Marion Korth, 01.04.2016.

Braunschweig. „Slow, slow, slow!“ („Langsam, langsam, langsam!“) – Jens Weidemann, bei der Braunschweiger Polizei in der Prävention tätig, hat alle Mühe, den jungen Mann auf dem Fahrrad zu bremsen. Der Fahrradparcours war nur eine Station von fünf, die die knapp 90 jungen, unbegleiteten Flüchtlinge am Donnerstag auf dem Verkehrsübungsplatz am Flughafen durchliefen.

18 Azubis der Öffentlichen Versicherung hatten den Verkehrssicherheitstag vorbereitet, hatten am Morgen schon um 6 Uhr mit dem Aufbau der Stände begonnen und in den Wochen davor (zusätzlich zu ihrer normalen Arbeitszeit), herumtelefoniert, um Unterstützung zum Beispiel bei Polizei und Verkehrswacht geworben, sich um das Catering gekümmert und die jungen Teilnehmer zusammengeholt. Die Fahrschule Seela hatte die Flüchtlinge aus Braunschweig und Wolfsburg nach Waggum gebracht und nicht nur das: Das Angebot für eine Minifahrstunde, um ein erstes Gefühl fürs Autofahren zu bekommen, war für die älteren Jugendlichen ein Höhepunkt.

Dies aber war die Kür. Zum Pflichtprogramm hatte eine kleine Einführung in die wichtigsten Verkehrsregeln und -zeichen sowie ein Erste-Hilfe-Kursus gehört. Blend Muhammed Abdula, ein junger Kurde aus dem Irak, muss lachen, als wir ihn nach den Verkehrsregeln in seinem Heimatland fragen: „Bei uns gibt es keine Regeln, bei uns fährt jeder, wie er möchte.“ Einer der jungen Männer hatte zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Fahrrad gesessen. „Ich möchte jetzt gern Fahrradfahren lernen“, sagt er.

Eine schöne Bestätigung, dass ein solcher Aktionstag Sinn macht, meinen Felix Urban (20) und Moritz Bernsee (19) aus dem Organisationsteam. „Wir sind im gleichen Alter und haben uns gefragt, was wichtig wäre, was uns interessieren könnte“, sagt Bernsee. So füllte sich der Verkehrssicherheitstag mit Inhalt. Die beiden angehenden Versicherungskaufleute freute, wie engagiert die jungen Flüchtlinge bei der Sache waren und dass sie sichtlich Spaß hatten.
Dank mehrerer Dolmetscher war die Verständigung ein Kinderspiel, aber auch so zeigte sich, dass die jungen Flüchtlinge zwar selbst noch nicht so gut deutsch sprechen können, aber mittlerweile schon sehr gut verstehen.

„Verkehrssicherheit und Versicherung, das passt gut zusammen“, sagt Knud Maywald, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen. Der Verkehrssicherheitstag solle einen weiteren Beitrag zur Integration liefern und dabei helfen, dass die jungen Flüchtlinge sich besser zurechtfinden. Vielleicht, so meint er, könne dies auch Anregung für andere sein, die jungen Flüchtlinge mit gemeinsamen Aktionen einzubinden. Einer der jungen Männer kam direkt auf ihn zu: „Ich wollte mich bei Ihnen, auch im Namen der anderen, für diesen Tag bedanken.“
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