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Elektronische Verjüngung

25 000 Besucher feierten beim Dockville-Festival in Wilhelmsburg.

Von André Pause, 21.08.2013

Hamburg-Wilhelmsburg. Auch wenn es am Sonntag doch noch nordisches „Schietwetter“ gab, den überwiegenden Teil des dreitägigen Programms konnten die etwa 25 000 Besucher des Dockville-Festivals im Trockenen, bei angenehm sommerlichen Temperaturen genießen.

Mehr als 130 internationale Bands und DJs beschallten die imposante Hafenkulisse am Reiherstieg Hauptdeich in Hamburg-Wilhelmsburg im siebten Jahr. Weniger „große Namen“ im Line-Up als zuletzt beklagte manch einer im Vorfeld, doch die Sorge, es könnte dadurch freudloser werden, erwies sich als unbegründet.
Selten war die Stimmung ausgelassener als in diesem Jahr. Das Publikum, im Durchschnitt eine Ecke jünger als zuletzt, amüsierte sich prächtig. Ein Grund für die augenscheinliche Verjüngungskur mochte darin liegen, dass das Thema Gitarre zugunsten elektronischer Klänge etwas hinten angestellt wurde. Da machte beispielsweise Karen Marie Ørsted alias Mø klar, warum ihr Electronica-Pop auf Singer-Songwriter-Basis von Fans und Medien gleichermaßen gefeiert wird, oder es zelebrierten die derzeit omnipräsenten Crystal Fighters ihre mit baskischen Instrumenten angereicherte Tanzmusik zur Freude der Augen- und Ohrenzeugen mit viel Herzblut.
Auch die Headliner Foals (Freitag) und Woodkid (Sonnabend) funktionierten – für die späte Stunde von vielen etwas voreilig als eine Nuance zu sperrig eingestuft – toll. Einziger Wermutstropfen war schließlich die kurzfristige Absage der norwegischen Band Kakkmaddafakka, deren Keyboarder aus ernsthaften gesundheitlichen Gründen am Sonntagabend nicht spielen konnte. Mit FM Belfast wurde allerdings kurzerhand adäquater Ersatz gebucht. Die fröhlichen Elektropopper ließen den strammen Regenguss glatt vergessen, und sorgten dafür, dass das inzwischen morastige Areal vor der großen Bühne ein letztes Mal zur Tanzfläche wurde.
Eine gute Nachricht zum Schluss: Bis mindestens 2015 wird das Festival am Standort bleiben. Das freut Fans guter Musik und Veranstalter gleichermaßen. „Mittlerweile ist dies jedoch das absolute Minimum an Sicherheit, das wir bei dem komplexen Planungsprozess benötigen. Wir arbeiten weiterhin an einer langfristigen Perspektive, um das Festival mitsamt seiner pop- und soziokulturellen Teilprojekte dauerhaft in Wilhelmsburg zu verstetigen“, sagt Festivalsprecher Jean Rehders. Mit Aktionen wie dem vorgelagerten Kunstcamp oder der kostenlosen Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche aus Wilhelmsburg, leistet das Dockville seit Jahren sommerfüllende wie wertvolle integrative Arbeit im Hamburger Stadtteil.
Der Vorverkauf für das kommende Jahr startet am ersten Oktoberwochenende. Terminiert ist das Dockville Festival 2014 für die Zeit vom 15. bis zum 17. August. Infos: msdockville.de.
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