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Ein blaugelber Traum

Mehr als 11 000 Fans feierten gestern Nachmittag ihre Eintracht im Stadion an der Hamburger Straße.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 29.04.2013.


Braunschweig. Aufstieg: Wer diese beiden Tage miterlebt hat, wird sie nie mehr vergessen.

Mehr als 11 000 Menschen feierten gestern im Stadion an der Hamburger Straße ein einmaliges, ganz besonderes Fest. Der Aufstieg in die 1. Fußballbundesliga nach 28 Jahren wirkt wie eine schöne Droge auf die Menschen. Seit Freitagabend 19.48 Uhr sieht die Welt anders aus. Das 1:0 in Ingolstadt durch Damir Vrancic macht dem Hoffen und Bangen endlich ein Ende. Der Aufstieg in die 1. Liga ist für Eintracht Braunschweig perfekt.
Nur Sekunden später ist der Bohlweg eine einzige Feierzone, Menschen liegen sich in den Armen, es wird gesungen, gelacht und getanzt. Und es fließen Tränen – Tränen der Erleichterung. Die Anspannung fällt ab, weicht einer einzigen großen Freude, die die ganze Stadt zu erfassen scheint und offensichtlich in die Zukunft trägt.
Gestern dann der Empfang der Mannschaft im Stadion. „Olé, olé“, und „Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr“, schallte es schon Stunden vor Ankunft der Mannschaft durch das Stadionrund. Die Erregung liegt fast greifbar in der Luft. Endlich sind sie da. 16.45 Uhr hält der Bus vor dem Stadiontor, Trainer Torsten Lieberknecht steigt als Erster aus und wird von Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann in die Arme geschlossen. Fotografen, Journalisten und Kameraleute drängeln sich in einem dichten Pulk um die Spieler, die nach und nach aus dem Bus steigen. Dann fangen sie geschlossen an zu hüpfen und zu springen und ziehen so ins Stadion. Ohrenbetäubender Jubel, Fahnen schwenken, Leuchtraketen schießen in den Himmel. Pierre Merkel hat sich einen Feuerlöscher geschnappt und rennt damit um sich sprühend über den Rasen, seine Kameraden johlend hinterher. Die Menschen auf den Rängen toben.
Schließlich stehen die Spieler samt Trainer auf den Brettern einer eigens aufgebauten Bühne, die unter den mächtig hüpfenden und tanzenden Sportlern bedrohlich nachgeben.
Eine Stimmung wie im sprichwörtlichen Hexenkessel. „Zwischen Harz und Heideland …“ stimmt Torsten Lieberknecht mit schon stark beanspruchter Stimme an, der riesige Fanchor stimmt ein und übernimmt den Refrain. So geht es Lied für Lied, Spieler für Spieler. Ein blaugelber Traum.
Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann begrüßte die Mannschaft vor dem Stadion herzlich. „Der Imagegewinn für Braunschweig ist kaum in Worte zu fassen und mit Geld gar nicht zu bezahlen“, freut er sich. „Eintracht hat einfach einen durchweg sympathischen und positiven Ruf“, sagt er, „ein Verein ohne Skandale, da passt einfach alles richtig gut.“ Die Leistung der Mannschaft und des gesamten Teams sei unglaublich. „Und Trainer Torsten Lieberknecht ist schon jetzt eine Trainerlegende“, sagt Hoffmann.
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