Anzeige

Edles Gold und Rosarot: Farbe in der Architektur

Der Lichthof im Städtischen Museum. Das Gebäude wurde um 1905 im Geschmack des Jugendstils gebaut. Foto: oh

Tag des offenen Denkmals am Sonntag steht unter dem Motto „Farbe“.

Von Birgit Leute, 10.09.2014.

Braunschweig. Farbe und Licht spielen in der Architektur eine große Rolle. Kein Wunder, dass der Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag (14. September) deshalb auch unter dem Motto „Farbe“ steht.

Bereits zum 19. Mal öffnen ausgewählte Baudenkmäler der Stadt an dieser bundesweiten Veranstaltung ihre Türen für das breite Publikum. Einige von ihnen sind selten oder gar nicht geöffnet oder liegen normalerweise im Schatten der großen bekannten Bauten. Beim Tag des offenen Denkmals haben die Bürger ausgiebig Gelegenheit, sie kennenzulernen und ihre Geschichte zu erfahren.

Zwölf Stationen

Insgesamt zwölf Stationen stehen in diesem Jahr auf dem Programm. So können die Bürger zwischen 10 und 18 Uhr unter anderem die Kreuzkirche Lehndorf, die Bugenhagenkirche in Gliesmarode, das Altstadtrathaus oder die Klosterkirche Riddagshausen kennenlernen und etwas über die farbliche Ausgestaltung erfahren. In der Jakob-Kemenate finden besondere Führungen von Kindern für Kinder statt. Außerdem erzählt der Braunschweiger Künstler Magnus Kleine-Tebbe etwas über die Geschichte von Braunschweig ältestem weltlichen Gebäude. In diesem Zusammenhang dürfte auch die Führung durch die Kemenate am Hagenmarkt interessant sein, die vor einiger Zeit von der Stiftung Prüsse erworben wurde und derzeit zum Kunst- und Begegnungszentrum ausgebaut wird.

„Farbe ist nicht nur ein sinnliches Erlebnis. Sie spielte im Mittelalter auch eine wichtige Rolle, denn mit ihr verbanden sich ganz bestimmte Charaktereigenschaften, die wir zum Teil noch kennen, zum Teil aber nicht mehr interpretieren können“, sagt Stadtheimatpfleger Reinhard Wetterau, der das aktuelle Programm entworfen hat. So stand Grün nicht etwa für Neid, sondern für Jugendlichkeit, mit Gelb seien dagegen häufig die Juden assoziiert worden – eine Farbe, die im Mittelalter einen negativen Beigeschmack hatte.

Mut zur Farbe – das bewiesen auch die Neuplaner des Siegfriedviertels, die die Häuser in einem gewagten und in der Bevölkerung nicht unumstrittenen Rosarot strichen. Klaus Hornung vom städtischen Referat Stadtbild und Denkmalpflege erzählt in zwei Führungen Interessantes über die Hintergründe, die zu dieser Farbgebung geführt haben. Das ganze Programm steht unter www.tag-des-offenen-denkmals.de . Für die Veranstaltung in der Jakob-Kemenate und im Braunschweigischen Landesmuseum ist eine Voranmeldungen nötig.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.